1. Teresa von Ávila, 1515 bis 1582 in Spanien
Sie litt im Kloster 25 Jahre unter der Verwässerung der Ideale und der spirituellen Oberflächlichkeit – bis ihr endlich erlaubt wurde, einen Reformorden zu gründen.
2. Corita Kent, 1918 bis 1986 in den USA
Gemeinsam mit der Mehrzahl ihrer Mitschwestern wehrte sich die angesehene Pop-Art-Künstlerin gegen den Machtmissbrauch durch den zuständigen Bischof. Sie trat schliesslich aus. Ihre Mitschwestern gründeten eine ökumenische Gemeinschaft.
3. Isabella Leonarda, 1620 bis 1704 in Italien
Sie konnte im Ursulinenkloster von Novarese zwar ihrer Leidenschaft frönen: Musizieren und Komponieren. Aussergewöhnlich ist jedoch, wie selbstbewusst sie ihre Kompositionen in die Öffentlichkeit trug. Sie ist wahrscheinlich die erste Frau, deren Werke gedruckt wurden.
4. Tisa von der Schulenburg, 1903 bis 2001 in Deutschland
Ein atemberaubend vielfältiges Leben in Stichworten: Aus dem Hochadel stammend, Kunststudentin an der Berliner Akademie der Künste, aktiv im Widerstand gegen die Nazis, Übertritt zur katholischen Kirche und Eintritt in ein Ursulinenkloster, Künstlerin und Aktivistin für die Rechte der Arbeiterschaft.
5. Helen Prejean, geboren 1939 in den USA
Berühmt wurde die ausgebildete Lehrerin der St.-Josephs-Schwestern als unermüdliche Aktivistin gegen die Todesstrafe. Ihr Erfahrungsbericht «Dead Man Walking» wurde sehr erfolgreich verfilmt.
6. Katharina von Siena, 1347 bis 1380 in Italien
Im Haus ihrer Eltern lebte sie als «unabhängige» Dominikanerin, äusserte sich öffentlich zu politischen Fragen und scheute sich nicht, selbst den Papst heftig zu kritisieren.
7. Dianna Ortiz, 1958 bis 2021 in den USA
Die Ursulinen-Schwester engagierte sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung in Guatemala, wurde selbst zum Folteropfer des Regimes und gründete danach Organisationen für Folteropfer und gegen Folter.
8. Marie Ward, 1585 bis 1645 in England
Sie wollte nach dem Vorbild der Jesuiten eine Frauengemeinschaft ohne Klausur gründen. Das war für den Papst undenkbar, zeitlebens erhielt sie keine Bestätigung. Erst 1877 wurde ihr Orden anerkannt.
9. Hildegard von Bingen, 1098 bis 1179 in Deutschland
Sie stritt mit dem Abt ihres Konvents, weil sie Essensvorschriften lockerte und Gebetszeiten kürzte. Erst Jahre später konnte sie auf dem Rupertsberg ein Kloster nach ihren Vorstellungen gründen. Dennoch blieb die selbstbewusste Adelige streitbar.
10.–12. Bernadette, Regina und Rita aus Goldenstein, geboren 1937, 1939 und 1944 in Österreich
Weltweite Prominenz erlangten vergangenes Jahr drei Augustiner-Chorfrauen aus Österreich. Sie verliessen das Altersheim, das ihnen von ihrem Oberen zugewiesen worden war, und kehrten zurück in das Kloster Schloss Goldenstein, ihrem früheren Wohn- und Arbeitsort in der Nähe von Salzburg.
*Dieser Artikel erschien zuerst im «Forum» Magazin Zürich.