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Anouk Hiedl ist «pfarrblatt»-Redaktorin. Foto: Pia Neuenschwander

Wo das Wesentliche beginnt

Editorial der aktuellen Ausgabe von Anouk Hiedl


Der Dokumentarfilm «Elisabeth Kübler-Ross – Dem Tod ins Gesicht sehen» zeigt die Nähe, Ambivalenz und das Mäandrierende in der Arbeit der bekannten Sterbeforscherin auf. Darin wird deutlich, wie Kübler-Ross auf ihrer Suche «wie es weitergeht» hinschaute, hinhörte, nachfragte und das Thema Tod ansprach, statt ihm auszuweichen. Sie schwamm gegen den Strom, probierte Dinge bewusst aus und wusste, dass sie das «brutal schwierige Loslassen» selbst noch zu lernen hatte. 

Diesen Sommer wäre Elisabeth Kübler-Ross hundert Jahre alt geworden – eine Zeitspanne, in der «die ganze Besetzung dieser Welt ausgetauscht» worden ist. Der Film endet symbolisch mit einem leeren Tisch: «Niemand von uns ist mehr da. Wir müssen uns dem Alltag zuwenden, und daneben gibt es diese ganz andere Ebene». 

Auch die Psychologin Maja Storch befasst sich mit einer Ebene jenseits des Alltags. Im Interview erläutert sie, wie Glaubenserfahrungen über den Körper erlebt werden und sich Heiliges über unseren inneren Kern – «Gottes Telefondraht» zu uns – bemerkbar machen kann. Embodiment-Erfahrungen über Rituale, Gesang oder Gebete würden helfen, den Zugang zu diesem Kern zu öffnen und mit Gott und sich in Verbindung zu kommen. 

Im Rahmen unserer Sommerserie zu Franz von Assisi begegnen wir Bruder Mathias, dessen Sehnsucht nach Halt ihn zum Franziskanerorden führte. Er lebt in bewusstem Verzicht und teilt, was er hat. Bescheidenheit bedeutet für ihn, sich immer wieder zu fragen: «Brauche ich das wirklich?» 

Hand aufs Herz: Wie oft stellen Sie sich diese Frage in Ihrem Alltag?

Anouk Hiedl,
«pfarrblatt»-Redaktorin