Zum zehnten Mal verwandelt die offene kirche bern das Thema «food save» in ein grosses Event für die ganze Familie auf dem Bahnhofsplatz neben der Heiliggeistkirche. Gleichzeitig widmet sich zur Schöpfungszeit das DOK8 diesem Thema, das immer mehr zu einer Überlebensstrategie wird.
Es geht hoch her, wenn jedes Jahr im September auf dem Bahnhofsplatz gerüstet und geschnippelt, geschält und gebrutzelt wird. Wer hätte gedacht, dass Food-Save so viel Spass machen kann. Es ist ein Erntedankfest der besonderen Art, bei dem jede:r mitmachen kann. Allein 800 Kilogramm gerettetes Gemüse wurde im vergangenen Jahr auf dem Food-Save-Märit angeboten oder später in Form von exquisiten Food-Save-Menus serviert. Und beim abschliessenden Festessen ist jede:r eingeladen, von der Stadtpräsidentin bis zur obdachlosen Person. Das Foodsave-Bankett am 19. September ist das dritte im Pastoralraum, nachdem in Münsingen und Worb bereits fleissig geschnippelt wurde.
Gestickte Tischgebete: Ausstellung in der Heiliggeistkirche
An einem Tisch zu sitzen und zu essen, wie Jesus das beim letzten Abendmahl mit seinen Freund:innen getan hat, ist ein Ritual, das seit jeher Menschen verbindet. Egal ob man religiös ist oder nicht, fassen viele Menschen ihre Dankbarkeit für die geschenkten Gaben in Worte. Die Künstlerin Yvonne Caluori Caraco stellt parallel zum Foodsave-Bankett in der Heiliggeistkirche alte gebrauchte Tischtücher aus, bestickt mit gesammelten Tischgebeten ihrer Freund:innen. Jedes Tuch und jedes Gebet haben eine eigene Geschichte.
Umwelt-Zertifizierung der Kirchen
Viele Kirchen versuchen auch praktisch in Sachen Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung mit gutem Beispiel voran zu gehen. Das Umweltmanagementsystem UMS Grüner Güggel hilft Pfarreien und Kirchgemeinden bei der Verbesserung ihrer Umweltleistung. Es dient der Optimierung des Ressourcenverbrauchs, spart Betriebskosten und wirkt langfristig und motivierend über die Gemeindegrenzen hinaus.
Der Weg zum Zertifikat Grüner Güggel erfolgt in zehn Schritten: Ein Umweltteam macht eine Bestandesaufnahme und erarbeitet in einem Umweltprogramm die wichtigsten Massnahmen. Klare Abläufe und Verantwortlichkeiten stellen sicher, dass Umweltfragen regelmässig bearbeitet werden. Neben der Geschäftsstelle und dem Haus der Begegnung der Katholischen Kirche Region Bern sind hier die Pfarreien in Köniz und Ostermundigen als Pioniere vorangegangen. Jetzt hat sich auf die Pfarrei Dreifaltigkeit um eine Zertifizierung bemüht und im Sommer 2025 erhalten.
Nachhaltige Energiepolitik im Kirchenrat
Darüber hinaus arbeiten der Grosser und Kleiner Kirchenrat gemeinsam mit der Geschäftsstelle seit vielen Jahren intensiv an der Realisierung der Klimaziele. Ein fester Bestandteil in diesem Zusammenhang ist eine Motion von Martin Godel, die eine möglichst umfassende Nutzung der Kirchgebäude für die Gewinnung von Solarenergie vorsieht.
Nachhaltigkeit im DOCK8
Mittlerweile ist das DOCK8 im Holligenquartier eine einschlägige Adresse in Sachen Nachhaltigkeit. Hier sensibilisieren Mitarbeiter:innen des Fachzentrums Mensch und Gesellschaft der Katholischen Kirche Region Bern unter der Leitung von Andrea Meier für ein Leben, das die Ressourcen der Natur, aber auch die Ressourcen des Menschen im Blick hat. Was gewinnen wir, wenn wir weniger verbrauchen? Wie ist es, zu wenig zu haben? Und was bedeuten die unterschiedlichen Lebensstile, Bedürfnisse und Ansprüche für unser Zusammenleben? Anregungen dazu bietet eine Ausstellung des Netzwerks Nachhaltigkeit der Katholischen Kirche Region Bern im DOCK8.
Foodsave-Bankett Bern, Freitag, 19. September 2025, Bahnhofsplatz
Foodsave-Märit (ab 8.00), Apérohäppchen mit Bar und Musik (ab 16.00), Festessen (ab 17.30)
Ausstellung im DOCK8
Noch bis 30. September, 09.00–17.00, Holligenhof 8, Bern