Ich geniesse gerade diese Jahreszeit. Am schönsten ist der Herbst für mich, wenn ich nach einem Arbeitstag in der Pfarrei mich zu Fuss auf den Weg nach Hause mache: das Rascheln der Blätter und das Beobachten, wie sie mit dem Herbstwind zu Boden fallen. Die Natur kommt langsam zur Ruhe und beginnt, sich auf den Winter vorzubereiten.
Auch wir Menschen bereiten uns auf den Winter vor. Es wird kälter und somit sollte man sich wärmer kleiden. Die Winterkleidung wird hervorgeräumt und aussortiert. Bei unseren Kindern war ich stets überrascht, wie klein die Sachen über den Sommer geworden waren. Wir hatten das Glück, dass wir unsere Sachen immer weitergeben konnten und eine Familie mit grösseren Kindern kannten, die froh waren, ihre Sachen jemandem vererben zu können. Wir trafen uns regelmässig, um Kleider weiterzugeben oder um Kleider zu empfangen. Die Freude, jemandem etwas zu geben, was man gerne anhatte, und das Leuchten in den Augen derjenigen Person zu sehen, die es dann nachtragen durfte, war genauso gross, wie etwas zu bekommen. Im Nachhinein betrachtet, war es immer ein Highlight im Jahr.
In unserer Pfarrei wird das auch sichtbar, wenn Elizabeth Rosario Rivas von der Fachstelle Diakonie im Pastoralraum Bern Oberland, den Bring- und Holtag durchführt. Viele Familien, auch aus unseren Untiklassen, bringen sehr gerne Kleider und Spielsachen, um anderen eine Freude zu bereiten. Ganz im Sinne von dem Lied: «Wenn das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut.»