Ich halte nicht viel vom «Tag des Meerschweinchens» oder vom «Tag der Zimtschnecke». Die Beispiele verdeutlichen es: Steht der «Star Wars Day» (am 4. Mai: «May the Fourth Be with You») quasi auf gleicher Stufe wie der «Welttag der psychischen Gesundheit», dann besteht die Gefahr, dass beide unbeachtet untergehen.
Wir halten entgegen und setzen in dieser Ausgabe beim Welttag der psychischen Gesundheit, der am 10. Oktober begangen wird, einen Schwerpunkt. Die Thematik vertiefen wir in einem Interview zur philosophischen Seelsorge und einem Gespräch mit dem Psychoanalytiker Olaf Knellessen zur Herkunft und Bedeutung des Placebos. Elementar für unser seelisches Wohlbefinden ist letztlich eine Form der Dazugehörigkeit, ein Aufgehobensein. Oder wie es die Band «Züri West» so einfach wie treffend auf den Punkt bringt:
«irgendeinisch fingt ds Glück eim
irgendwenn weisch wär d’bisch
irgendwenn weisch genau wo de häre ghörsch
öpper schteut es zwöits Tassli uf e Tisch»
Auf dass diese «zweite Tasse» möglichst vielen Menschen vergönnt ist. Und Sie diese Ausgabe hoffentlich einmal mehr anregt – zum Lachen, zum Nachdenken, zum Mitfühlen oder gerne auch zum Widerspruch.