Für die heutige Vereinsversammlung erhoffe er sich Schutz, Vertrauen und Gemeinschaft, sagte Präsident Dyami Häfliger zu Beginn der Zusammenkunft in Lyss. Marienkirchen wie die Kirche Maria Geburt, in deren Pfarreiräumen die Vereinsversammlung der Berner «pfarrblatt»-Gemeinschaft dieses Jahr stattfand, stünden seit jeher für diese Aspekte.
Nach dem Grusswort von Rosalba Ferraro, Präsidentin des Kirchgemeinderats, spannte Gemeinde- und Pastoralraumleiterin Petra Leist einen Bogen vom Wort über die Bibel als «Buch der Bücher» zum «pfarrblatt» Bern als – mit Augenzwinkern – «Blatt der Blätter».
In seinem Jahresbericht blickte Dyami Häfliger zurück auf «eines der intensivsten und herausforderndsten Jahre», welches mit der Freistellung von Chefredaktorin Annalena Müller Ende Mai 2025 begonnen hatte. «Es wäre falsch, heute so zu tun, als wäre solch ein Schritt einfach oder ohne Unsicherheiten möglich gewesen», so Häfliger. Es sei wichtig, «Entscheidungen im Rückblick kritisch zu reflektieren». Der Vorstand habe sich vorgenommen, künftig «offener und direkter zu kommunizieren».
Zukunftsweisende Schritte
Wichtige Schritte für die Zukunft seien inzwischen umgesetzt: Das neue Redaktions- und Beiratsstatut definiere die Verantwortlichkeiten und sichere die journalistische Unabhängigkeit der Redaktion. Mit der Übernahme der Co-Redaktionsleitung durch Aurel Jörg und Elisabeth Zschiedrich sowie der Wiedereinstellung von Anouk Hiedl als Redaktorin sei das Team zudem wieder vollständig besetzt.
Die Neuorganisation der Druckvorstufe garantiere effizientere und kostengünstigere Produktionsabläufe. Zwar weise die Rechnung 2025 noch ein Defizit aus, die Entwicklung falle jedoch stabiler aus als erwartet. Ab 2026 rechne der Vereinsvorstand mit schwarzen Zahlen, danach mit einem Ertragsüberschuss. Es sei aber offensichtlich, dass das bisherige Finanzierungsmodell über Printabonnements langfristig nicht mehr ausreichen werde.
«Eine der grossen Herausforderungen der kommenden Jahre liegt daher in der Entwicklung eines qualitativ gleich starken Angebots im digitalen Bereich», so Häfliger. Der Austausch mit den Pfarreien, Kirchgemeinden und Partnerorganisationen sei dabei ein wichtiges Anliegen, denn Kirche stehe für zwei Aspekte: Vielfalt und Verbindung. Beides sei möglich, «wenn wir uns in unserer Unterschiedlichkeit respektieren, einander Raum geben und Diskussionen mit Offenheit und gegenseitigem Respekt führen.»
Als Nachfolgerin von Jure Ljubic, der den Vereinsvorstand nach zwei Jahren auf eigenen Wunsch verlässt, wurde Nicole Macchia, Gemeindeleiterin in Thun, neu in den Vorstand gewählt. Als Nachrücker auf die weiteren zwei vakanten Plätze bestimmte die Delegiertenversammlung Raphael Fankhauser, Kirchgemeinderatspräsident in Burgdorf, und Jesko Lamm, Kirchgemeinderatspräsident in Utzenstorf. Vorstandsmitglied Sebastian Schafer wurde in seinem Amt bestätigt. Die Vereinsversammlung endete mit gegenseitigem Austausch bei einem Apéro riche.