Bekanntlich gibt es verschiedene Formen der Liturgie. Im altgriechischen Wort «leitourgía» steckt das Wort «dienen» mit drin. Es ist ein dialogisches Geschehen zwischen Gott und den Menschen. Wenn es uns gelingt, Momente dieser Gegenwart und Präsenz wahrzunehmen, kann dies überaus berührend sein.
Vor gut 25 Jahren habe ich die Taizé-Feiern kennen- und schätzen gelernt: Dreimal täglich finden in Taizé (Burgund) Gottesdienste statt: morgens, mittags und abends. Es sind nicht eine Handvoll Leute, die an den jeweiligen Feiern teilnehmen, es sind Hunderte – vor allem junge Menschen. Sie beeindrucken mich immer wieder: Sobald sie den Kirchenraum betreten, tun sie dies in aller Stille und Andacht. Die Mitfeiernden allen Alters suchen sich ihren Platz und setzen sich auf den Fussboden (Stühle und Bänke existieren nicht). Locker füllen sich die Plätze und ganz selbstverständlich macht man Platz für diejenigen, welche später hinzukommen.Auch die Frères kommen «nadisna» an ihre Plätze in der Mitte und setzen sich auf die typischen Gebetsstühle. Mit dem letzten Glockenschlag beginnt das erste Lied aus dem Liederheft, das am Eingang zusammen mit den wechselnden Bibeltexten bereitliegt. Die Leuchtanzeige gibt an, welches Lied gesungen wird. Die einfachen und meditativen Lieder werden wiederholt, bis eine weitere Anzeige das nächste Lied anzeigt. Bibeltexte werden von verschiedenen Frères in vielen verschiedenen Sprachen gelesen, denn die Mitfeiernden pilgern aus der ganzen Welt an. Dann folgt eine lange Zeit der Stille, welche schliesslich durch ein weiteres Lied aufgehoben wird.
Es ist diese Schlichtheit, die mich fasziniert – und die vorherrschende grosse Toleranz: egal, wie jemand aussieht oder sich gibt, egal, welche Konfession, Nationalität, Hautfarbe, Sprache oder welches Alter. Am eindrücklichsten für mich ist die grosse Stille, in die sich alle einfügen. Darin liegt ein ganz besonderer «Zauber», der ganz offensichtlich alle zu berühren scheint.
Auch in unserem Pastoralraum werden Feiern im Sinn und Geiste von Taizé angeboten. Vielleicht fühlen Sie sich von diesen Zeilen angesprochen? Neue Gesichter sind stets willkommen. Die verschiedenen Angebote finden Sie in allen Pfarreien unseres Pastoralraumes.