Vielleicht haben Sie bereits etwas über den kleinen Ort im Burgund (F) gehört?
Einwohnerzahl 174 (1.1.23). Als wir ihn jedoch während unserer Teamweiterbildung (Seelsorge- und Religionsunterrichtsteam des Seelands) anfangs Mai besuchten, trafen wir auf ca. 3000 Leute. Was Taizé so einzigartig macht, hat mit dem der dort ansässigen, ökumenischen Orden zu tun – die «Communauté de Taizé».
Angefangen hat alles mit Frère Roger, der sich 1940 von der Schweiz aus, in diese kleine Ortschaft begab, um Menschen, die im Zuge des Krieges in Schwierigkeiten kamen, hilfreich zur Seite zu stehen. Seine Schwester, Geneviève, half ihm dabei. Unter den vielen Flüchtlingen waren auch Juden. Dies brachte in das Radar der damaligen Besatzungstruppe der Deutschen. 1942 floh er nach Genf. Nach Kriegsende kehrte er jedoch nach Taizé zurück und etliche Ordensbrüder schlossen sich ihm an. So entstand nach und nach die ökumenische Gemeinschaft.
Immer mehr Menschen lernten die einzigartige Spiritualität, welche die Brüder von Taizé zelebrierten, schätzen. Nicht nur die Gemeinschaft wuchs im Laufe der Zeit, auch immer mehr junge Menschen fühlten sich abgeholt und angesprochen. Jährlich pilgern seit den 70er Jahren tausende Jugendliche und junge Erwachsene nach Taizé um gemeinsam zu beten, singen und Gemeinschaft zu erleben. In Spitzenzeiten sind bis zu 5000 Menschen anzutreffen.
Während unserer dreitägigen Reise durften auch wir den «Geist von Taizé» erfahren. Die Gesänge, Gebete die gemeinsame Stille – Gottesdienste der «besonderen Art».
So erstaunt es auch nicht, dass auch zahlreiche Personen älteren Datums, immer wieder den Weg zu der «Quelle» suchen. Viele, die einmal von der Spiritualität von Taizé ergriffen wurden, kehren immer wieder zurück – zum Ort der inneren Sehsüchte nach Gott.