Auf unserem Semesterflyer stand in diesem Frühling gross die Überschrift «fermentum». Was auf den ersten Blick geheimnisvoll klingt, ist gewissermassen ein schönes Bild dafür, was das aki sein will: Etwas, das einen Gär- oder Umwandlungsprozess auslöst oder in Gang hält.
Wir sind gerne ein Ort, an dem etwas «gärt», ganz konkret waren wir dies beim ausgebuchten Fermentations-Workshop im März, wo die Studierenden bei guter Stimmung verschiedenes Gemüse fermentierten. Aber auch im übertragenden Sinne tragen wir dazu bei, dass Umwandlungsprozesse in der Gesellschaft vorankommen: In einem vierteiligen «Nothelferkurs für die Psyche» – mit 20 Teilnehmenden ebenfalls restlos ausgebucht – lernten Studierende, wie man Menschen zur Seite steht, die psychisch leiden. Es ist sehr wertvoll, dass junge Menschen in einer Hochschulseelsorge nicht nur als «Hilfsbedürftige» begleitet werden, sondern sich durch solche Angebot auch selbst dazu befähigen können, nahestehende Personen zu unterstützen.
Gemeinsam feierten wir in der Karwoche den schon zur Tradition gewordenen Gottesdienst «Feuer & Flamme», bei dem wir jeweils Brot und Wein teilen – passend zum Semesterthema in diesem Jahr mit Sauerteig-Schlangenbrot, welches wir erst über dem offenen Feuer zubereiteten. Kurz darauf zogen wir uns für die Zeit von Gründonnerstag bis Ostersonntag in den «Sonnenhügel – Haus der Gastfreundschaft» zurück, eine Zwischenstation für Menschen in Lebenskrisen in einem früheren Kapuzinerkloster. Es ist schön zu sehen, dass sich Studierende auch für spirituelle Angebote interessieren und sogar bereit sind, für mehrere Tage mit uns ins Entlebuch zu fahren, um sich in einer bunten Gruppe voll auf Ostern einzulassen.
Darüber hinaus gab es wie gewohnt viele gesellige Anlässe, wie die bereits achte und neunte (!) Durchführung des Ligretto-Turniers oder ein Impro-Theater. Erneut haben einige Personen ihre Abschlussarbeit im aki verfasst oder regelmässig unsere Unterstützung beim Verfassen in Anspruch genommen. Eine sehr dankbare Aufgabe – man holt junge Menschen genau da ab, wo sie wirklich Unterstützung brauchen können.
Natürlich war auch in diesem Semester nicht alles perfekt: Die Mittagstische blieben oft kleiner als in früheren Jahren. Das hat zwar auch viele gute Gespräche ermöglicht, aber trotzdem freuen wir uns natürlich langfristig, wenn wieder mehr junge Menschen mit uns gemeinsam essen. Auch die Auflösung des nahegelegenen Studierendenwohnheims hat verständlicherweise zu Rückfragen aus dem studentischen Umfeld geführt und das eine oder andere Gespräch nötig werden lassen. Nichtsdestotrotz schauen wir dankbar auf die vielen Begegnungen und schönen Momente in diesem Frühling zurück.
Kolumnen aus dem aki im Überblick