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Schöpfungszeit 2026

Aki-Kolumne von Andrea Stadermann

Am 1. September beginnt die «Schöpfungszeit». Sie dauert bis zum 4. Oktober und ist inzwischen in vielen Pfarrgemeinden ein fester Bestandteil des Kirchenjahres. Die «Schöpfungszeit» erinnert daran, dass wir Teil der wunderbaren Schöpfung Gottes sind und den Auftrag haben, Tiere und Pflanzen, Erde, Wasser und Luft zu hüten und zu erhalten. Die Schöpfung ist uns geliehen, wir sollen sie für die nächsten Generationen bewahren. Es gibt diese «Schöpfungszeit» seit 2007. Im vergangenen Jahr 2025 erschien an Pfingsten sogar ein neues Messformular «zur Bewahrung der Schöpfung». Im Vorwort zu diesem Messformular heisst es: «In der Gegenwart ist aber deutlich geworden, dass das Schöpfungswerk wegen seiner verantwortungslosen Nutzung und des Missbrauchs der Güter, die Gott unserer Sorge anvertraut hat, in Gefahr gerät. Deshalb scheint es angebracht, das Messformular ‹Für die Bewahrung der Schöpfung› unter den ‹Messen und Orationen für besondere Anliegen› im Römischen Messbuch zu ergänzen.» Papst Leo XIV. hat es approbiert und ich finde es wunderbar, dass er das Engagement für die Bewahrung der Schöpfung seines Vorgängers Papst Franziskus auf diese Weise zu übernehmen scheint. 

Was ich in der Liturgie feiere und mein Einsatz für Schöpfung hängen für mich sehr eng zusammen. Das ist auch das Anliegen der «Schöpfungszeit», die uns zu einem nachhaltigen Lebensstil inspirieren will. Etwas irritiert hat mich daher, in einem kirchlichen Newsletter zur beginnenden Ferien- und Sommerzeit über das Fliegen zu lesen ohne dass der Umweltaspekt und die Bedeutung des enormen Flugverkehrs für die Schöpfung erwähnt gewesen wäre. Der Flugverkehr weltweit ist zu einem hohen Teil verantwortlich für Schadstoffemissionen und grossem Energieverbrauch. Keine andere Art der Fortbewegung verbrennt so viel Energie wie das Fliegen. Und keine Art der Fortbewegung wird so sehr subventioniert, jedenfalls in den westlichen Ländern. 

Eine Studie zeigte vor kurzem, dass Flugreisen trotz erhöhter Preise boomen. Auch das ist für mich irritierend: Die Welt brennt und wir Menschen tun so, als wüssten wir davon nichts … 

Ändern meiner schöpfungsschädlichen Gewohnheiten, nachhaltiger leben, meinen CO2-Fussabdruck so klein wie möglich halten – zu all dem will die Schöpfungszeit uns anregen. Damit die gute Schöpfung Gottes noch eine Chance bekommt. Das ist meine Hoffnung und das will ich mir zu Herzen nehmen in dieser Schöpfungszeit 2026.