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Mit Sarah Gigandet ist erstmals eine Frau in der Co-Leitung eines Generalvikariats. Foto: José R. Martinez

Sarah Gigandet wird Teil der Bistumsleitung

Ab November wird erstmals eine Frau Teil eines Generalvikariats in der Schweiz: Sarah Gigandet teilt sich die Aufgaben künftig mit Ruedi Heim.

 

Die gebürtige Walliserin und Wahl-Bernerin Sarah Gigandet wird ab 1. November Bischöfliche Delegierte im Generalvikariat in Solothurn. Das teilte das Bistum Basel in seinem Newsletter vom 2. September mit. Mit der Ernennung von Sarah Gigandet beruft Bischof Felix Gmür erstmals eine Frau in die Leitung seines Bistums. 

Sarah Gigandet (*1986) hat an der Universität Fribourg Theologie und Kunstgeschichte studiert. Nach Ihrer Promotion war sie in der Bistumsregion Deutschfreiburg beschäftigt. Von 2016 bis 2024 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Diözesankurie des Bistums Basels. Anschliessend absolvierte sie die Ausbildung zur Seelsorgerin in der Pfarrei Bruder Klaus in Bern sowie in den Pfarreien Heiligkreuz in Bremgarten und St. Franziskus in Zollikofen. Gigandet ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. 

Vertretung des Bischofs

Sie teilt sich die Aufgaben des Generalvikariats mit dem künftigen Generalvikar Ruedi Heim, aktuell Co-Leiter und Leitender Priester im Pastoralraum Bern und Region. Beide folgen auf den aktuellen Generalvikar Markus Thürig, der in Pension geht. Ein Generalvikar vertritt den Bischof in allen Verwaltungsaufgaben, handelt in dessen Auftrag und mit gleicher Vollmacht. 

Das Bistum sieht in der erweiterten Besetzung des Generalvikariats einen Schritt zu mehr Synodalität, wie es im Newsletter heisst. Mit der Anstellung von Gigandet würden unterschiedliche Erfahrungen, Fähigkeiten und Lebenswirklichkeiten in die Arbeitsprozesse eingegliedert. Wie die Arbeitsaufteilung zwischen Heim und Gigandet aussieht, werde erst nach dem Amtsantritt entschieden, teilen das Bistum und Heim auf Anfrage übereinstimmend mit. Gigandet war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Erstmalig in der Schweiz

Mit der Einstellung von Sarah Gigandet übernimmt erstmals in der Schweiz eine Frau eine leitende Rolle in einem Generalvikariat. Diese Führungsebene ist in der Schweiz bislang ausschliesslich geweihten Männern vorbehalten. Mehrere Bistümer, darunter Basel, kennen allerdings bereits Frauen auf der Ebene des Bischofsvikariats. Diese werden Regionalverantwortliche oder auch Bischöfliche Delegierte genannt. Für das Bischofsvikariat St. Verena, zu dem der Kanton Bern gehört, ist Brigitte Glur-Schüpfer, die per 1. August auf Edith Rey Kühntopf folgte, verantwortlich. In Deutschland hat das Bistum Mainz bei diesem Thema eine Vorreiterrolle: Seit 2022 gehört Stephanie Rieth als sogenannte Bevollmächtigte des Generalvikars zur Leitung des Bistums. 

Der Generalvikar wird vom Diözesanbischof ernannt und kann vom ihm jederzeit aus dem Amt entlassen werden. Mit dem Tod des Bischofs oder mit dem Ende von dessen Amtszeit enden auch die Befugnisse des Generalvikars. Ein Generalvikar muss Priester sein und das 30. Lebensjahr vollendet haben. Das Amt der Generalvikarin gibt es nach geltendem Kirchenrecht nicht. Umso interessanter wird sein, welche Aufgaben Gigandet ab November im Generalvikariat übernehmen wird. ezs/sys