Artikel

Globus mit Spuren der Klimakatastrophe, fotografiert im Verkehrshaus Luzern Bild: Geneva Moser

Recreation

Aki-Kolumne von Benjamin Svacha

Nach einer langen und ruhigen Sommerpause rückt der September in grossen Schritten näher. Damit beginnt an der Universität Bern und an den Berner Fachhochschulen ein neues Semester – und das Leben kehrt auch ins aki zurück. Üblicherweise gibt es dabei keinen fliessenden Übergang, die Leute kehren nicht Stück für Stück zurück, sondern plötzlich, von einem Tag auf den nächsten: Am 2. September beginnen unsere STARTKLAR-Tage, wir begrüssen die ersten 60 jungen Menschen und begleiten sie beim Einstieg in ­einen neuen ­Lebensabschnitt. Es folgen Crêpes-Tage, Abend- und Wochenendveranstaltungen, zahlreiche Begegnungen und Projekte, die gut organisiert werden wollen. Wie gut, wenn es dabei auch hin und wieder zu einem kurzen Unterbruch kommt!

«Recreation» – dieses schöne Wort, das es sowohl im Englischen als auch im Französischen gibt, haben die Studierenden unserer Teams zum Semesterthema erkoren. «Recreation», das bedeutet erstmal Pause, Erholung, Unterbrechung. Dass damit nicht einfach Zerstreuung gemeint ist, legt der lateinische Ursprung des Wortes nahe: «recreare», wieder erschaffen, neu schöpfen, sich erholen, aus der zerstreuenden Erschöpfung zurückholen, sammeln, wieder ein ganzer Mensch in seiner/ihrer Kraft sein. Solche rekreierende Unterbrechungen brauchen wir im Studium, in der Arbeit, in privaten Herausforderungen. 

Das aki bietet dafür gestaltete Räume und Zeiten in Form von ganz unterschiedlichen Angeboten. Zum Beispiel kann man bei einem Schwumm in der Aare ein leiblich-symbolisches Neuanfangen erleben oder beim «Waldbaden» und dem «Ecstatic Dance» auftanken. Oder man entwickelt seine schöpferische Ader beim Buchbinden, auf dem «Colour Walk» oder im Improtheater.

Johann Baptist Metz hat den Satz geprägt: «Die kürzeste Definition von Religion ist ‹Unterbrechung›.» Aus dem Hamsterrad aussteigen, Raum für «recreation» schaffen. Unser Gottesdienst zum Beginn des neuen Semesters oder das wöchentliche «Atemholen» sind solche Unterbrechungen, wo Mensch mal nichts muss. Das schenkt neue Kraft. Die wünschen wir Ihnen und uns allen für das bevorstehende Semester!

Benjamin Svacha, im Namen der Teams von aki & forum3

Kolumnen aus dem aki im Überblick