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Die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz an ihrer Vollversammlung vom Juni in Einsiedeln (es fehlt: Alain de Raemy, dafür mit im Bild: die Generalsekretäre Davide Pesenti und Martin Wey). Foto: SBK

Privatleben und Missio: Bischofskonferenz ist bereit zu reden

Die Bischöfe wollen mit den Initiant:innen der Petition «Privat ist Privat» sprechen. Die Initiant:innen befürworten den Vorschlag der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) eines «Gesprächs im Geist» – bis auf eine Bedingung.


Die Diskussion um das Verhältnis von Privatleben und Missio geht in die nächste Runde: Im Anschluss an ihre Versammlung vergangene Woche in Einsiedeln schlägt die SBK die Durchführung eines «Gesprächs im Geist» vor. Mit diesem Vorschlag reagieren die Bischöfe auf die Petition «Privat ist Privat», die von der reformkatholischen «Allianz Gleichwürdig Katholisch» (AGK) Ende vergangenen Jahres lanciert und von über 1000 Menschen unterzeichnet wurde.

Inhalt der Petition ist die Forderung, die bischöfliche Beauftragung von Seelsorgenden von deren Privatleben zu trennen. Laut Kirchenrecht kann die sogenannte «Missio» aktuell aberkannt oder nicht vergeben werden, wenn ein:e Seelsorger:in beispielsweise geschieden und wieder verheiratet ist oder in einer queeren Partnerschaft lebt. Eine Tätigkeit als Seelsorger:in ist in diesem Fall nicht (mehr) möglich.

Synodale Gesprächsform

In einer «Standortbestimmung» hatte die SBK im vergangenen November an der aktuell üblichen, an Einzelfällen orientierten Praxis festgehalten und auf die Einführung einheitlicher Kriterien zur Verleihung beziehungsweise Aberkennung der Missio verzichtet. Jetzt zeigen sich die Bischöfe bereit, in einem «Gespräch im Geist» neu über dieses Thema zu verhandeln.

Die im Rahmen des synodalen Prozesses durch den Vatikan etablierte Gesprächsform ist nicht als Debatte, sondern als «geistlich gerahmter Prozess des Hörens und Unterscheidens angelegt», wie der Leiter des Kommunikationsdienstes der SBK, Maurice Greder, auf «pfarrblatt»-Anfrage erklärt. «Der Sinn dieses Formats liegt darin, dass alle gut zu Wort kommen, dass Polemik nicht den Ton bestimmt und dass bei sensiblen Fragen nicht schnelle Gegensätze, sondern ein fruchtbarer, synodaler Klärungsprozess ermöglicht wird.»

Uneinigkeit über Teilnehmer:innenzahl

Wie die Geschäftsführerin der AGK, Mentari Baumann, ebenfalls auf «pfarrblatt»-Anfrage mitteilt, sprechen sich auch die Petent:innen für ein durch klar geordnete Rederunden, gegenseitiges Zuhören und eine moderierte Auswertung geprägtes «Gespräch im Geist» aus. Es sei «mehr als sinnvoll», den synodalen Prozess auf diese Weise in die Thematik «Missio und Privatleben» zu integrieren.

Uneinig sei man sich mit den Bischöfen lediglich mit Blick auf die Teilnehmer:innenzahl: Während die Petition ein Gespräch mit allen Interessierten fordert, möchten die Bischöfe den Kreis auf acht Delegierte (fünf aus dem kirchlichen Umfeld, drei aus der SBK) begrenzen. Dies, «um die Qualität und Zielorientierung des Dialogs zu sichern», wie sie in ihrer Medienmitteilung vom 5. Juni mitteilen.

Die Steuergruppe der Petition will sich am 15. Juni beraten und anschliessend mit den Bischöfen in Kontakt treten, um eine gemeinsame Lösung zu finden.