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Privat ist privat

Um das nicht ganz so private Privatleben in der Kirche, die neue ökumenische Katechet:innen-Ausbildung in Bern und Fragen nach dem Wesen der Mystik geht es in unserem November-Newsletter.

Liebe Leserin
Lieber Leser

Bestimmt kennen Sie das Wort privat. Kennen Sie auch dessen Herkunft? Der Duden schreibt dazu Folgendes: «lateinisch privatus = (der Herrschaft) beraubt; gesondert, für sich stehend; nicht öffentlich, adjektivisches 2. Partizip von: privare = berauben; befreien, (ab)sondern, zu: privus = für sich stehend, einzeln». Demnach ist das Privatleben privat – der Herrschaft beraubt – oder?

«Ausserdienstliches Verhalten ist rechtlich nur bedeutsam, wenn es öffentlich wahrnehmbar ist, grundlegende Werte der katholischen Kirche verletzt und dadurch deren Glaubwürdigkeit beeinträchtigt wird. Der Kernbereich privater Lebensgestaltung, insbesondere Beziehungsleben und Intimsphäre, bleibt rechtlichen Bewertungen entzogen.»: Eine Selbstverständlichkeit – könnte man meinen. Wie geschrieben, gilt in Deutschland. Hierzulande bleiben die Bischöfe beim Privatleben und Missio bei Einzellfalllösungen: Ein Armutszeugnis für die Kirche, wie wir in unserem Kommentar festhalten.

Wie ist eigentlich die neue Katechet:innen-Ausbildung im ökumenischen Verbund in Bern angelaufen? Antworten finden wir in einer Unterrichtsstunde.

Was ist und was kann Mystik? Diese Frage stellt Hans Herrmann von «reformiert» im Rahmen des zVisite-Projekts dem Philosophen Luca Di Blasi. Di Blasi antwortet unter anderem: «Zwar lassen sich mystische Erfahrungen in ihrem Wesen nicht mit dem Denken erfassen. Aber es wäre ein Trugschluss zu glauben, dass beides nicht zusammenpasst.» Lesen Sie hier, warum.

Religionsfreiheit ist nicht gottgegeben – aus diesem Grund veröffentlichten christliche Kirchen und Gemeinschaften anfangs November eine Botschaft, in der sie erinnern, dass Religionsfreiheit ein Menschenrecht ist, das nach wie vor weltweit verletzt wird.

Wir wünschen Ihnen anregende Lektüre und ein besinnliches erstes Adventswochenende.

Redaktion 
«pfarrblatt» Bern

Ein Armutszeugnis für die Kirche

Das Privatleben von Seelsorgenden bleibt relevant für deren kirchliche Anstellung. Die Bischöfe pervetieren mit dieser Haltung die Glaubwürdigkeit der Kirche, sagt «pfarrblatt»-Redaktorin Sylvia Stam in ihrem Kommentar.

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«Ich sehe die Bibel mit ganz anderen Augen»

Seit einem Jahr bietet Bern die Katechet:innen-Ausbildung im ökumenischen Verbund an. Wie läuft die Ausbildung ab und warum machen Menschen sie überhaupt? Antworten aus einer Unterrichtsstunde.

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Was ist und was kann Mystik?

Mystische Erfahrungen gehen über das Denken hinaus. Mit Theologie lassen sie sich dennoch gut vereinbaren. Und auch die Mitmenschen dürfen bei aller persönlichen Erleuchtung nicht aussen vor bleiben, mahnt Philosoph Luca Di Blasi.

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Gemeinsam für Religionsfreiheit

Vor 50 Jahren fanden in Bern und Zürich Schweigemärsche statt. Tausende protestierten gegen die Verfolgung von Christ:innen im kommunistischen Osteuropa. Anlässlich dieses Jubiläums erinnerten die Schweizer Kirchen in Bern an die Gefährdung der Religionsfreiheit weltweit.

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