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Papst Leo: Hoffnung, Humor, Herausforderung

Seit einer Woche ist Papst Leo XIV. Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Sein kurzer Name passt gut in die heutige Zeit. Leo ist seit Jahren unter den top Ten der beliebtesten Jungennamen in der Schweiz.

Ein Weltenbürger, einer, der in verschiedenen Kontinenten gelebt hat, ein politischer Papst und einer, so lässt sein Name hoffen, der Brücken bauen wirdZwischen «Progressiven» und «Traditionalist:innen», zwischen Kirche und Welt, und vielleicht sogar zwischen Kriegsparteien. 

Humor und Zurückhaltung

Einen feinen Humor soll er haben, und er könne einen auch schon mal herausfordern, sagt ein österreichischer Mitbruder über ihn. Als zugänglich, zurückhaltend und unaufdringlich beschreibt ihn Bischof Felix Gmür.

Rita Famos, Präsidentin der Evangelischen Kirche Schweiz, gratulierte Papst Leo noch vor den Schweizer Bischöfen. Sie sieht in seinem bischöflichen Wahlspruch «In dem Einen sind wir vielen eins» auch ein Hoffnungzeichen für die Ökumene. 

Dass er den Synodalen Weg, den sein Vorgänger Franziskus eingeschlagen hat, weiterführt, davon sind Kirchenkenner:innen wie Helena Jeppesen-Spuhler und Daniel Kosch überzeugt. 

Medienfreiheit und Synodalität

Auch in Bern weckt die Wahl Freude. «Er will eine geschwisterliche Kirche, die den Dialog sucht», hört Marie-Louise Beyeler, Präsidentin des Berner Landeskirchenrats, aus seiner ersten Ansprache auf der Loggia heraus.  Die Worte «Brücke, Dialog, Frieden, synodaler Weg, gemeinsam, alle» klingen bei Ruedi Heim, Leiter des Pastoralraums Bern und Region, nach. 

Als Journalistin freut es mich natürlich, dass Leo XIV. in einer seiner ersten Audienzen Medienschaffende empfing. Sein Plädoyer für die Pressefreiheit quittierten diese denn auch mit Applaus. Hoffen wir, dass der neue Papst die Medienfreiheit auch dann noch hoch hält, wenn Journalist:innen kritische Fragen etwa zum Thema Missbrauch stellen. Leider kann vom «pfarrblatt» niemand an Leos Amtseinsetzung nach Rom reisen. Aus der Schweiz werden Bundesrätin Karin Keller-Sutter, Weihbischof Alain de Raemy und Helena Jeppesen-Spuhler, Schweizer Delegierte an der Bischofssynode, dabeisein. 

Ehre für den Frauenbund

Ein neues «Oberhaupt» hat auch das «pfarrblatt» Bern: Präsidentin Blanca Burri wurde an der Mitgliederversammlung verabschiedet. Dyami Häfliger (29), Jurist und Geschäftsleiter eines Verlagshauses, steht nun dem Verein vor. 

Neue Köpfe gibt es Ende Mai auch beim Schweizerischen Katholischen Frauenbund: Die abtretende Präsidentin Simone Curau-Aepli blickt derweil zurück auf eine Begegnung zwischen Frauenbund und Bischofskonferenz, pinke Mitren und traumatisierende Gespräche mit einem Nuntius.

A propos Frauenbund: Der Berner Sektion des Vereins wird eine grosse Ehre zuteil, soll doch dereinst im Viererfeld eine Strasse nach Elisabeth Binz-Winiger (1890 – 1981) benannt werden. Die Frauenrechtlerin präsidierte den Katholischen Frauenbund Bern ein Vierteljahrhundert.  

Zu guter Letzte ein Tipp fürs Wochenende: Eine Ausstellung im Bernischen Historischen Museum erzählt die Geschichte der «fürsorgerischen Zwangsmassnahmen». Schonungslos berührend, sagt unsere Chefredaktorin Annalena Müller. 

Ein gutes Wochenende wünscht Ihnen

Sylvia Stam

«pfarrblatt»-Redaktorin

Der Inhalt des Newsletters gibt die persönliche Meinung der Autorin wieder.