Es ist eine vielfältige Runde, die am Gründonnerstag beim Abendessen miteinander am Esstisch sitzt. Im Sonnenhügel, dem Haus der Gastfreundschaft in Schüpfheim, werden wir gemeinsam die nächsten Tage verbringen: Die Hausgemeinschaft des Sonnenhügels, Gäste in Krisensituationen, die hier im Sonnenhügel wieder neue Perspektiven für ihr Leben suchen, Studierende, die sich über das aki für das Feiern der Kar- und Ostertage angemeldet haben und wir, das aki-Team. Jung und alt, voller Lebenslust und krisengebeutelt, christlich beheimatet und spirituell suchend, orientierungslos und biografisch gefestigt – so unterschiedliche Menschen lassen sich auf das Wagnis «Auferstehung ein». Wird sie gelingen, diese dichte Erfahrung von Gemeinschaft? Nimmt es uns hinein, das gemeinsame Feiern?
Ganz Sonnenhügel-typisch ist der erste Programmpunkt kein Impuls, kein Gottesdienst, sondern der gemeinsame Abwasch. Über Spülbecken und mit Geschirrtüchern in der Hand, entstehen Gespräche. Gemeinsam erinnern wir uns dann an das starke Zeichen der Fusswaschung und an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Freund:innen und bleiben wachend und betend im Garten Getsemane.
Am Karfreitag ziehen wir in der Umgebung von Schüpfheim von Station zu Station und hören persönliche und weltpolitische Karfreitagsmomente, die am Nachmittag individuell vertieft werden. Dazwischen immer wieder: Gemeinsam essen, Abwaschen, Tisch decken und am Samstag dann putzen, Zopf backen, Bärlauchpesto vorbereiten, Möhren schneiden… Da und dort blitzen Lebensfragen, Glaubensthemen auf. Fast scheint es: Mit tätigen Händen und bewegten Füssen lassen sie sich leichter ins Wort bringen. Und da und dort ist Gemeinschaft auch Konfrontation: Mit eigenen Grenzen, mit der Ohnmacht, mit dem Leiden des Gegenübers.
Die Osternacht beginnt in der Dunkelheit, singend am lodernden Feuer. Und sie führt über einen Weg der Sehnsucht hin zum leeren Grab, zur wieder klingenden Glocke, dem gejubelten Halleluja. Die greifbaren Zeichen von geteiltem Brot und Wein helfen, es zu begreifen: Jesus ist auferstanden. Er lebt. Und wir sind zur Auferstehung befreit. Die Gegenwart und die Erfahrungen der anderen verändern mich und umgekehrt. Ostern braucht Gemeinschaft.