Kennen Sie diesen Satz? Sicher haben Sie ihn schon einmal irgendwo gehört oder gelesen.
Franz Kamphaus hat ihn in einem Buch zum Thema Weihnachten geprägt. Ich erinnere mich sehr gern an diesen Menschen, weil er in meinen Augen den Glauben konsequent gelebt hat, auch in schwierigen Zeiten und Situationen. Deshalb möchte ich in der Kolumne meine Erinnerungen an ihn mit Ihnen teilen. Franz Kamphaus (2.2.1932–28.10.2024) wurde in der Nähe von Münster in Deutschland als jüngstes von fünf Kindern in eine Bauernfamilie geboren und war fast 25 Jahre lang Bischof meiner Heimatdiözese Limburg.
Am 2. Februar hatte er Geburtstag, deshalb muss ich mindestens an diesem Tag jedes Jahr an ihn denken. Ich konnte als junger Mensch an seiner Bischofsweihe teilnehmen und er hat nachhaltig meinen Weg im Glauben beeinflusst. Er war ein sehr einfacher und authentischer Mensch des Glaubens. Franz Kamphaus stellte sein Bischofsamt unter den Wahlspruch evangelizare pauperibus (lateinisch für «den Armen das Evangelium verkünden», Lukas 4,18). Sein Bischofsstab und sein Brustkreuz stammten aus einem Eichenbalken des elterlichen Bauernhofs, er wusste sozusagen aus welchem Holz er geschnitzt ist. Er lehnte es ab, im Bischofshaus zu wohnen, brachte dort zeitweise eine geflüchtete Familie aus Eritrea unter, und bezog eine Zweizimmerwohnung in Limburg. Sein Bischofsgehalt empfand er als zu hoch und verzichtete auf die Hälfte, aber selbst das war ihm noch zu viel («Ich brauche so viel gar nicht:»). Sehr selten liess er sich vom Chauffeur im Dienstwagen kutschieren, meist fuhr er selbst zu Terminen in seinem Opel Kadett. Er besuchte die Pfarreien seines Bistums ebenso wie die Obdachlosenhilfe und Suppenküchen Frankfurts, die Unterkünfte der geflüchteten Menschen und die von Abschiebung bedrohten Menschen im Kirchenasyl.
Mit Vollendung seines 75. Lebensjahres trat er als Bischof zurück und siedelte in eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung über. «Ich bin mit Menschen zusammen, von denen die meisten nicht sprechen können – und doch viel zu sagen haben, allein durch ihr Dasein: «Seht ihr» – sagen sie – «wie behindert ihr seid: behindert durch eure Wahnvorstellung, ihr müsstet immer fit und rundum belastbar, ihr dürftet von niemandem abhängig sein; ihr müsstet alles selbst in den Griff bekommen …» Hier war er Seelsorger, lebte aber vor allem einfach in der Gemeinschaft mit den Menschen dort, bis er Ende 2024 verstarb.
Seine radikale, authentische Art, sein «ebenerdiges» Reden und Leben ist für mich Herausforderung und Anregung.