Personen für kirchliche Leitungsfunktionen zu finden, ist angesichts des Mangels an Theolog:innen schwierig. Für den Pastoralraum Region Bern (PR) wurde nun eine Übergangslösung bis Sommer 2027 gefunden: Barbara Kückelmann wird die Pastoralraumleitung mit 50 % verstärken, wie einer Mitteilung des PR Bern und Region zu entnehmen ist.
Der Pastoralraum Region Bern (PR) wurde bis Mitte Juli von Ruedi Heim (60 %), Flavia Nicolai (90 %) und Patrick Schafer (50 %) geleitet. Nicolai hat seither die Co-Leitung des Fachzentrums Mensch und Gesellschaft übernommen. Heim, der zugleich leitender Priester des PR und Gemeindeleiter der Pfarreien in Bern West war, verlässt Bern Ende September und wird per 1. November Generalvikar im Bistum Basel.
Bekanntes Gesicht in Bern
Kückelmann (*1959) ist in Bern keine Unbekannte: von 2000 bis 2012 war sie Gemeindeleiterin der Pfarrei St. Mauritius in Bern West, danach war sie als erste Frau in der Leitung des Pastoralraums Bern tätig, zusammen mit Bernhard Waldmüller und Georges Schwickerath. Von 2012 bis 2016 war sie zudem Synodalrätin der Landeskirche Bern. 2016 wechselte sie als Pastoralverantwortliche ins Bistum Basel, wo sie bis zu ihrer Pensionierung 2024 tätig war.
Georges Schwickerath ist als Bischofsvikar für den Pastoralraum Region Bern zuständig. Er wird das Amt des Leitenden Priesters für den PR mit 20 Stellenprozenten übernehmen.
Dreierleitung angestrebt
80 Stellenprozente in der Pastoralraumleitung bleiben somit vakant. Im Fokus steht laut Christian Geltinger, Kommunikationsbeauftragter des PR Region Bern, in den nächsten Monaten der reibungslose Ablauf des Tagesgeschäfts. «Da eine Interimslösung mit Barbara Kückelmann und Georges Schwickerath keine neue Einarbeitungszeiten erfordert, sind wir zuversichtlich, dass sich dies gut bewerkstelligen lässt», so Geltinger weiter. Bis im Sommer 2027 suchen die verantwortlichen Gremien nach Nachfolgelösungen. Angestrebt wird laut Geltinger wiederum eine Dreierleitung. Die detaillierte Aufgabenverteilung im operativen Geschäft sei allerdings noch offen.
Das Berner Modell mit zwei Theologen und einer Betriebsökonomin ohne Missio in der PR-Leitung war erstmalig im Bistum Basel. Auf die Frage, ob wieder nach einer Person gesucht werde, die andere Qualifikationen mitbringt als ein Theologie-Studium, bleibt die Antwort vage: «Gesucht wird nach einer geeigneten Persönlichkeit, die eine fachliche Ergänzung für das gesamte Team mitbringt und über eine entsprechende Leitungskompetenz verfügt», so Geltinger.
Neue Gemeindeleitung gesucht
Patrick Schafer würde gern am bewährten Modell festhalten, wie er im Juli gegenüber dem «pfarrblatt» sagte. Es sei sinnvoll, Menschen in die PR-Leitung aufzunehmen, die wüssten, wie man Projekte aufbaue und umsetze. Gleichwohl müsse es aus seiner Sicht nicht zwingend wieder ein betriebswissenschaftlicher Hintergrund sein.
Auch die Leitung der Pfarreien Bern-West, die Ruedi Heim neben seiner Leitungsfunktion im PR Bern inne hatte, ist noch nicht neu besetzt. Patrick Schafer wird diese bei gleich bleibendem Pensum übergangsweise übernehmen, bis eine neue Gemeindeleitung gefunden ist. Laut Mitteilung laufen die Gespräche für eine Neubesetzung der Stelle des Leitenden Priesters und der Leitung der Pfarreien St. Mauritius und St. Antonius in Bern West. Die beiden Stellen seien nicht aneinander gekoppelt, schreibt Christian Geltinger.