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Johannes tauft Jesus im Jordan. Foto: pfarrbriefservice.de

Johannisfeuer – Licht in der Mitte des Sommers

Warum Johannistag gefeiert wird

Sara De Giorgi, Katechetin in Thun

Der Sommer gilt als die Zeit der Lebensfreude. Die warmen Temperaturen laden dazu ein, mehr Zeit im Freien zu verbringen, gemeinsam unterwegs zu sein und die langen hellen Abende zu geniessen. Gerade diese Sommerabende haben einen besonderen Zauber. Nicht umsonst haben sich rund um den längsten Tag des Jahres – den Johannistag und die Johannisnacht vom 23. auf den 24. Juni – zahlreiche Bräuche entwickelt.

Auch in der Kirchgemeinde Thun pflegen wir einen solchen Brauch. Mit unserem Katechese-Schlussgottesdienst, dem Feuer und dem gemeinsamen Grillieren beschliessen wir das Schuljahr. Dahinter steht die alte Tradition des Johannisfeuers.

Der Johannistag ist das Hochfest der Geburt Johannes des Täufers. In der katholischen Kirche wird dieses Fest seit dem 4. Jahrhundert am 24. Juni gefeiert – genau sechs Monate vor Weihnachten.

Dass die Kirche Ende Juni an Johannes den Täufer erinnert, hängt mit der Festlegung wichtiger christlicher Feiertagezusammen. Im 4. Jahrhundert wurde die Empfängnis Jesu auf den 25. März und seine Geburt auf den 25. Dezember festgelegt. Im Lukasevangelium wird berichtet, dass Elisabeth bereits im sechsten Monat schwanger war, als der Engel Gabriel Maria die Geburt Jesu ankündigte. Deshalb wurde die Geburt Johannes des Täufers etwa sechs Monate vor Weihnachten angesetzt – also auf Ende Juni.

Am Johannistag gedenken Christinnen und Christen der Geburt Johannes des Täufers. Johannes war ein Bussprediger und Wegbereiter Jesu. Er kündigte das Kommen des Messias an und taufte Jesus später im Jordan. Seine Aufgabe war es, auf einen anderen hinzuweisen und die Menschen auf Gottes Wirken vorzubereiten.

Der Termin des Johannistages liegt zudem nahe an der Sommersonnenwende, die zwischen dem 20. und 22. Juni stattfindet. Zu dieser Zeit erleben wir die längsten Tage und die ­kürzesten Nächte des Jahres. Danach werden die Tage langsam wieder kürzer.