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«Gute» Nachricht?

Verantwortung von Medienschaffenden


Manuel von Däniken, Pfarreiseelsorger i. A. in Thun

Medienschaffende erfüllen eine bleibend wichtige Aufgabe, denn gute Information ist ein Grundpfeiler von Demokratie, Freiheit und Mündigkeit. Auch im Leben der Kirche ist gute Information unerlässlich; sie erweitert den persönlichen Wissenshorizont und fördert den Dialog zwischen verschiedenen Meinungen. Wo unterschiedliche Stimmen gehört werden, kann Gemeinschaft wachsen – nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Vielfalt.

Täglich erreicht uns eine Flut von Nachrichten, beschleunigt durch digitale Prozesse und zunehmend geprägt von KI-generierten Inhalten. Aufmerksamkeit ist zur knappen Ressource geworden: Um sie wird mit Zuspitzung und Geschwindigkeit gebuhlt. In sozialen Medien verbreiten sich Halbwahrheiten und Fehlinformationen rasch – auch im kirchlichen Bereich. Nicht selten werden da komplexe Themen und Fragen von sogenannten Expert:innen dermassen vereinfacht, um damit dann in fast autoritärer Weise die Meinungen und Vorstellungen der Öffentlichkeit zu beeinflussen. Häufig werden dabei Berichterstattung und politische sowie ideologische Narrative vermischt.

Ich halte es für eine der grössten Herausforderung der Gegenwart: Woran, um Gottes Willen, erkennen wir «gute Information»? Eine, die sachlich, redlich und verantwortet ist. Eine, welche die eigenen Vorstellungen/Interessen nicht über die Sache selbst und die Suche nach möglichst objektiver Information stellt.

Ich hoffe auf eine Rückbesinnung auf ein journalistisches Ethos, und – im Blick auf Pfingsten – auf die Gabe der «Unterscheidung der Geister», besonders auch im Umgang mit Nachrichten. Solch journalistisches Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein begleitet die Recherche und das Schreiben, endet aber nicht dort. Auch wir als Leserinnen und Leser tragen Verantwortung, «alles zu prüfen und das Gute zu behalten» (vgl. 1Thess 5,21). Gerade katholische Medienhäuser stehen hier in einer besonderen Pflicht. Sie können Räume schaffen, in denen Sorgfalt vor Schnelligkeit gilt, und die Orientierung bieten, ohne zu vereinnahmen. So werden sie zu Pionieren einer Kultur, die Wahrheit sucht und Vertrauen stärkt.