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Viele Religionen waren 2025 bei der ersten queeren multireligiösen Feier zur Bern Pride dabei. Foto: Haus der Religionen

Gott ist Liebe

Multireligiöse Feier am 26. Juli

Christian Geltinger, Verantwortlicher Kommunikation Pastoralraum Bern und Umgebung

Im Rahmen der Bern Pride findet eine queere multireligiöse Feier statt. Sie wird gestaltet von queeren und nicht-queeren Personen aus dem Hinduismus, Judentum, Buddhismus, Christentum und Islam. Die Feier wird unterstützt von der Regenbogenpastoral des Bistums Basel.

In vielen Ländern werden queere Menschen abgewertet, diskriminiert, verfolgt und teilweise sogar umgebracht. «Solches Verhalten wird auch religiös begründet», sagte Johannes Matyassy, Präsident des Hauses der Religionen in Bern, in seinem Grusswort anlässlich der ersten queeren interreligiösen Feier anlässlich der Bern Pride im Sommer letzten Jahres. «So sagen einige religiöse Menschen, dass es nur Mann und Frau gebe und dass Liebe und Sexualität nur zwischen ihnen stattfinden solle. Alles andere sei widernatürlich und gegen den Willen Gottes.» Die multireligiöse Feier wolle solcher religiös begründeten Queerfeindlichkeit entgegenwirken, aber auch Vorurteile gegenüber den Religionen abbauen. Jedenfalls ist Queerfeindlichkeit mit einem Religionsverständnis, das den Menschen als Geschöpf Gottes in den Mittelpunkt stellt, nicht vereinbar.

Wahre Stärke

«Gott ist nicht Zorn, nicht Gewalt, nicht Macht. Gott ist Liebe. Liebe ist wahre Stärke. Nur wer wahrhaft liebt – rein, mitfühlend und ohne Eigennutz –, trägt diese göttliche Kraft in sich. In ihrem Herzen wohnt Shiva, als stille Stärke, als Licht in der Tiefe», so Sasikumar Tharmalingam, Hindupriester vom Haus der Religionen. Dem folgt die Auslegung des Koran-Verses 30,21 durch den muslimischen Theologen Kerem Adigüzel vom Verein Al-Rahman: «Und unter Seinen Zeichen ist, dass Er euch aus eurem Selbst Partnerwesen erschuf, damit ihr bei ihnen Ruhe findet. Und Er legte zwischen euch Zuneigung/Liebe und Barmherzigkeit.» Das arabische Wort, das hier als Partnerwesen übersetzt ist, sei geschlechtsneutral. Es werde aber häufig geschlechtsspezifisch mit Gattinnen übersetzt, was den Einfluss einer heteronormativen Lesart aufzeige. Es lohnt sich, auf die Wurzeln zurückzugehen, um der wahren Bedeutung auf den Grund zu gehen. Ähnlich verhält es sich bekanntlich mit den Geschlechterverhältnissen in der ­Bibel, der Bedeutung des Gottesnamens und der Bezeichnung des ersten Menschen.

Gemeinsam die Liebe feiern

Die multireligiöse Feier anlässlich der Bern Pride wird musikalische umrahmt von Najat Suleiman (Gesang) und Hassan Taha (Oud). Michel Ronen, Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Bern, wird das Grusswort sprechen. Nach der Feier gibt es bei einem Apéro die Gelegenheit zum Austausch.

Sonntag, 26. Juli, 13.00 – 14.15 
Kirche St. Peter und Paul, Rathausgasse 2, 3011 Bern