Viele Menschen erleben den christlichen Glauben als eine Kraftquelle, als das, was Sinn und Hoffnung gibt in diesem Leben und darüber hinaus. Doch manche, in unseren Breitengraden wohl eher ältere Personen, werden die Kirche auch noch als sehr strenge Erziehungsinstitution erlebt haben.
Ein strenger, oft strafender Gott wurde mancherorts gepredigt. Zucht und Ordnung standen an oberster Stelle. Freude, Lachen, Singen, Tanzen gehörten da nicht dazu. Dabei ist auch dies alles Teil eines echten, tiefen und erfüllenden Glaubens.
Religiöse Witze können helfen, über die eigenen Vorstellungen von Gott und Mensch nachzudenken und dadurch zu einem offenen, tragfähigen Glauben zu gelangen. Wie ich das meine, sollen einige Beispiele zeigen
Mut statt Angst
Die Lehrerin kommt in den Religionsunterricht und fragt in dramatischem Tonfall: «Wer hat die Israeliten aus der Wüste geführt?» – Verängstigtes Schweigen. Noch einmal fragt sie: «Wer hat die Israeliten aus der Wüste geführt?» Als sie die Frage ein drittes Mal nun mit bebender Stimme wiederholt, meldet sich Klara zaghaft und sagt: «Ich wars nicht!»
Dabei sollte Religion nie Angst machen, sondern immer befreiend wirken, zum aufrechten Leben ermutigen und das Selbstbewusstsein in einem positiven Sinne fördern. Etwa so, wie bei dem kleinen Mädchen, das in der Küche heimlich Schokolade stibitzte. Als es zur Küche raus will, steht der Vater da und schimpft: «Hast du etwa Schokolade gestohlen? Was denkst du, würde Gott dazu sagen?» Darauf das Mädchen: «Also Gott hat gesagt, er und ich seien ganz allein in der Küche, ich soll für ihn auch ein bisschen Schokolade nehmen, wenn sie schon so gut ist.» Ein gesundes Gottvertrauen, wie mir scheint.
Ein Leben in Fülle für alle Menschen
Ebenso bei den Kindern, die auf ihrem Schulweg beim Pfarrersgarten vorbeikamen und immer mal wieder ein paar Äpfel stibitzen. Der gar nicht erfreute Pfarrer schrieb mit dicken Lettern auf ein Schild: «Gott sieht alles!» Die Lausemädchen und -jungen waren jedoch intelligent und gewieft genug und schrieben darunter: «Aber Gott petzt nicht!»
Das scheint mir ein schönes Gottesbild zu sein: Ein Gott, dem wir vertrauen dürfen, ein Gott, der uns versteht. Und ein Gott, der ein glückliches Leben für alle will. So heisst es ja im Johannesevangelium von Jesus: «Ich bin gekommen, damit sie [die Menschen] das Leben haben und es in Fülle haben» (Joh 10,10).
Ein Leben in Fülle für alle Menschen – das ist eine gute Zusammenfassung des Evangeliums Jesu.
«Liebst du mich?»
Dazu braucht es unter anderem eine gute Kommunikation und Verständnis für den anderen Menschen. Das ist bekanntlich nicht immer einfach, wie Adam schon ganz am Anfang erfahren musste. Kaum war Eva erschaffen, fragte sie ihn schon: «Adam, liebst du mich?» Adam, etwas verdaddert: «Ja, Eva, ich liebe dich.» Fünf Minuten später wieder Eva: «Mein Adam, liebst du mich wirklich?» Adam: «Ja doch, Eva, ich liebe dich wirklich!» Doch bald darauf wiederum Eva: «Adam, liebst du mich ganz, ganz bestimmt?» Darauf Adam: «Ja, wen sonst…?»
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