«Und bete immer schön zum Heiligen Geist», sagte mir Sr Huberta, älteste Ursulinin und Handarbeitslehrerin einst. Das liess mich damals rätseln. Inzwischen bin ich ein richtiger Fan der heiligen Kraft, des göttlichen Geistes in uns und unter uns.
Kürzlich war eine Schulklasse zum Kirchenbesuch da. Als wir mit Rätselraten einigermassen Gott und Jesus herausgefunden hatten, fragte ich, wo denn der Heilige Geist sei. Grosse Augen und Schulterzucken gab es zur Antwort. Noch grösser wurden die Augen, und der Mund stand offen, als ich aufklärte, er sei in uns allen und unter uns. Oft muss man in der Tat bewusst daran denken, aber manchmal zeigt sich das Wehen dieses Geistes ganz überraschend.
Aus einer kleinen Idee von «Eingeweihten» wurde plötzlich eine grosse Bewegung: Exerzitien – für viele in jeder Hinsicht ein Fremdwort –, und das im Alltag und erst noch über ein halbes Jahr. Dass dabei weit über 2000 Leute in der Schweiz und etwas darüber hinaus mitmachen, jeden Tag «Gott einen Raum sichern» und sich etwa jeden Monat in über 60 Gruppen treffen – das kann niemand «machen» (manche «Profis» sagen: «Das ist ein Wunder»).
Wir waren hier im Seeland mit 26 Personen dabei und feiern nun den Abschluss am Pfingstmontag im Berner Münster.
Die Kerzen auf dem Bild standen am Startabend in unserer Mitte, um die wir jedes Mal tanzten, und kamen dann mit uns nach Hause für die tägliche Meditation. Sicher sind sie unterschiedlich weit abgebrannt. Das Bild des Tanzes hatte seine enge Verbindung zur katholischen Mystikerin Madeleine Delbrêl, die Übungen und Gedankenansätze der Tage sind ignatianischen Ursprungs. Drei Ignatianische Stunden öffneten wir auch für weitere Interessierte. Auch was geistliche Begleitung bedeutet, konnte ausprobiert werden. Wir erfreuten uns immer des Austauschs von Lebens- und Glaubenserfahrungen – für alle eine Bereicherung.
Der Geist des Rates
und der Einsicht
der Gottesfurcht
der Stärke, der Weisheit
sei mit uns allen.