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Auch die Glocken des Berner Münsters läuten am Freitag um 14 Uhr. Foto: Screenshot Tele Bärn

Gedenktag Crans-Montana: Anlässe im Raum Bern

Am 9. Januar ist der Gedenktag für die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Auch in Bern gibt es die Möglichkeit, der Trauer und Solidarität gemeinsam Ausdruck zu geben.

 

Am Freitagnachmittag ist die Schweizer Bevölkerung eingeladen, einen Moment innezuhalten. Mit einer Schweigeminute soll die Trauer über das Unglück von Crans-Montana ausgedrückt werden, ebenso der Dank an die Helfer:innen sowie die Solidarität mit den Betroffenen und ihren Angehörigen. In den frühen Morgenstunden des Neujahrstages forderte ein Brand in einer Bar in Crans-Montana 40 Todesopfer und 119 Verletzte im Alter zwischen 14 und 39 Jahren.

Landesweit werden am 9. Januar, 14 Uhr daher die Kirchenglocken während fünf Minuten läuten. Die Kirchen sind aufgefordert, ihre Türen an diesem Tag offen zu halten. Die Fahnen des Bundeshauses und der Bundesgebäude in Bern werden am Freitag auf Halbmast gesetzt. Die Trams und Busse stehen in Bern um 14 Uhr während 20 Sekunden still. Zum Gedenktag eingeladen haben der Bundesrat und die Schweizer Landeskirchen. 

In Gemeinschaft gedenken

Auch in Stadt und Kanton Bern werden die Kirchenglocken an diesem Tag läuten. Die Heiliggeistkirche Bern lädt von 14 bis 18.30 Uhr dazu ein, gemeinsam zu gedenken, zu schweigen oder zu beten und Trostworte für Angehörige und Betroffene zu hinterlassen. Besucher:innen der Heiliggeistkirche auf dem Bahnhofplatz können ihre Gedanken und Wünsche auf Holztauben schreiben. Als Zeichen der Verbundenheit werden Fotos von den Tauben nach Crans-Montana gesendet. Es werden auch Seelsorgende vor Ort sein.

 

Im Berner Münster wird es nebst dem Glockengeläut keinen eigenen Gedenkanlass geben. «Der Fokus liegt auf Crans-Montana», schreibt der reformierte Pfarrer Beat Allemand auf Nachfrage. Im Anschluss an das Glockenläuten seien die Menschen aber eingeladen «zum stillen Gebet, zum Gedenken an die Verstorbenen, zur Verbundenheit mit den Verletzten und ihren Angehörigen». Drei Pfarrpersonen werden in der Kirche bereit sein für ein Gesprächsangebot. Auf einem Tisch wird zudem ein spezielles Gebetsbuch liegen, «das hilft, Worte zu finden, wenn die eigenen fehlen», so Allemand. Laut “Bund” werden Stadtpräsidentin Marieke Kruit und Stadtschreiberin Claudia Mannhart am Gedenken in Münster teilnehmen. 

Glocken des Hindutempels läuten

Auch der Hindutempel im Haus der Religionen trägt den Gedenktag mit. Hier werden die Glocken um 14 Uhr geläutet, wie der “Bund” meldet. Nach der Schweigeminute werde ein besonderes Gebet nach hinduistischer Tradition abgehalten, so die Zeitung. 

Seelsorgende für Gespräche vor Ort

In Thun ist das Katecheseteam von 14 bis 16 Uhr in der Kirche St. Martin präsent und steht für Gespräche zur Verfügung. Menschen können hier in Stille trauern, eine Kerze anzünden, ihre Gedanken und Gebete im Fürbittenbuch oder auf einem Kärtchen festhalten. Besinnliche Musik wird den Raum erfüllen. 

In der reformierten Kirche von Jegenstorf laden die Kirchen dazu ein, während der Schweigeminute in Gesellschaft zusammen der Opfer zu gedenken. Es besteht die Möglichkeit eine Kerze anzuzünden. Als Ansprechpersonen werden die Gemeinderatspräsidentin, ein römisch-katholischer und ein reformierter Seelsorger vor Ort sein. Die Pfarrei St. Josef in Gstaad verweist auf einen Gedenkanlass um 14.05 Uhr in der reformierten Kirche von Zweisimmen

Das Bistum Basel hat ein Gebet eigens für die Tragödie von Crans-Montana an seine Pfarreien und Pastoralräume geschickt. Es geht auf die evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Waadt zurück. 

Gedenkfeier am Fernsehen verfolgen

Die offizielle Gedenkfeier für die Opfer des Brandes von Crans-Montana findet um 13.45 Uhr im Ausstellungs- und Versammlungszentrum (CERM) von Martigny (VS) statt. Diese Feier ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, sie wird aber live auf den drei nationalen Sendern übertragen. Laut kath.ch wird die Bundesregierung durch Bundespräsident Guy Parmelin, Aussenminister und Vizepräsident Ignazio Cassis, Justizminister Beat Jans sowie Bundeskanzler Viktor Rossi vertreten sein. 

Seitens der Religionsgemeinschaften nehmen Jean-Marie Lovey, der Bischof von Sitten, und Charles Morerod, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und Bischof der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg, an der Feier teil, wie der Sprecher der Schweizer Bischofskonferenz gegenüber kath.ch sagte. Eingeladen wurden demnach zudem Rita Famos, Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, Frank Bangerter, Bischof der Christkatholischen Kirche der Schweiz, sowie Stephan Kronbichler, der die Evangelisch-reformierte Kirche des Wallis vertritt. Darüber hinaus Ralph Friedländer, Präsident des Vorstands des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes und Önder Günes, Präsident der Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz. (aktualisiert: 9.1. Hindutempel/sys)