«Ich weigere mich, zu glauben, dass die Welt ohne Gott besser, schöner oder gerechter wäre. Vielmehr bin ich davon überzeugt, dass viele unserer Probleme nicht über Nacht verschwinden, aber doch ihren Schrecken verlieren würden, wenn sich wieder mehr Menschen auf die funkelnde Gegenwelt Gottes einlassen würden, wo alles seinen Platz hat, was sonst an den Rand gedrängt wird, auch das Leise, Unscheinbare. Wo andere Dinge zählen und andere Gesetze gelten. Wo man aufrichtig hoffen darf, dass das Gute belohnt und das Böse bestraft wird. Wo sich eine Liebe erfahren lässt, die von keiner Kränkung bedroht ist. […]
Mein Glaube ist diese Gegenwelt, eine Unterbrechung des Alltags, ein Wechsel der Perspektive, eine Sphäre der Hoffnung. Das Ego hat Pause, in den Schatten gestellt von einem, der Ruhe und Kraft schenkt, bevor man sich wieder raustraut, in den Stress und den Druck – was man halt so Freiheit nennt.»
Diesen Text von Tobias Haberl habe ich in «meinem» Adventskalender* gelesen. Einmal, zweimal … – immer wieder. Er wirkt faszinierend und zugleich beruhigend und wohltuend auf mich: ein Glaube, «wo alles seinen Platz hat … auch das Leise, Unsichere, Unscheinbare». Den eigenen Glauben «als eine Unterbrechung des Alltags zu sehen, als einen Wechsel der Perspektive». Und für mich quasi das Tüpfelchen auf dem i: als eine «Sphäre der Hoffnung». Das zeichnet unseren christlichen Glauben doch aus, auch dort noch hoffnungsvoll zu sein, wo alles hoffnungslos erscheint.
Ich wünsche uns allen, diesen ermutigenden, hoffnungsvollen Blick, welcher Ängsten und Nöten die Stirn bieten kann!
* der Andere Advent (Verein tecum)