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Foto: Sumith Kurian

Freundschaft mit dem Heiligen Geist

Über die Kraft der Erneuerung, Heilung und Verwandlung

Sumith Kurian, Kaplan in Frutigen

Der Heilige Geist, die dritte Person der Dreifaltigkeit, wird im Hebräischen als Ruach und im Griechischen als Pneuma bezeichnet – Worte, die «Atem», «Wind» und «Geist» bedeuten. Schon in Genesis 1,2 begegnet er uns: «Der Geist Gottes schwebte über den Wassern.» Am Anfang steht also nicht Chaos, sondern ein schöpferischer Hauch Gottes, der Leben hervorbringt und Ordnung schafft. Dieser göttliche Atem ist es auch, der dem Menschen eingehaucht wird (Gen 2,7) und ihn zu einem lebendigen Wesen macht. Von dort an zieht sich der Heilige Geist wie ein lebendiger Faden durch die gesamte Heilsgeschichte bis hin zu Offenbarung 22,17: «Der Geist und die Braut sagen: Komm!» – Anfang und Ende sind vom selben Geist durchdrungen. Er ist der Geist Gottes, der die Welt erschafft, die Patriarchen führt, die Propheten stärkt, die Könige leitet und die Priester salbt. Unsichtbar und doch wirksam ist er die treue Gegenwart Gottes inmitten seines Volkes.

Im Neuen Testament erreicht dieses Wirken seine Fülle: In Lukas 1,35 überschattet der Heilige Geist Maria und wirkt das Wunder der Menschwerdung. Er ruht auf Jesus, führt ihn durch seinen Dienst und offenbart in ihm die Liebe des Vaters. In Johannes 14,16–17 verheisst Christus den Geist als Beistand, der bei uns bleibt in Ewigkeit. Zu Pfingsten (Apostelgeschichte 2) wird diese Verheissung Wirklichkeit: Der Geist kommt in Sturm und Feuer, erfüllt die Jünger mit Mut und sendet sie hinaus bis an die Enden der Erde. Seitdem lebt und wirkt er in der Kirche – durch seine Gaben (1 Korinther 12,7–11) und seine Früchte (Galater 5,22–23): Liebe, Freude, Friede, Geduld und mehr. Wo der Geist Raum findet, wächst neues Leben.

Und genau hier berührt diese Wahrheit unser Leben: Stell dir vor, alles zerbricht, du verlierst Halt und Orientierung. In diesem Moment ist der Heilige Geist da – nicht als unpersönliche Kraft, sondern als Person, als treuer Freund. Er kennt dich, er liebt dich, und er wartet darauf, dass du ihn einlädst. Beginne bewusst eine Freundschaft mit ihm. Sprich schlicht und ehrlich: «Heiliger Geist, ich liebe dich» oder «Heiliger Geist, ich brauche deine Hilfe». Öffne dein Herz für den Schöpfergeist – und er wird es erneuern, heilen und verwandeln.

Gesegnetes Pfingstfest!