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Franz von Assisi – Ende der Schöpfungszeit

Gedanken über Umweltschutz und innere Umkehr - eine neue Beziehung zur Schöpfung

Barbara Ammann, Liturgieverantwortliche Pastoralraum Seeland

Die Zeit vom 1. September bis zum 4. Oktober gilt in den Kirchen als die sogenannte Schöpfungszeit. Sie endet mit dem Gedenktag vom Heiligen Franz von Assisi. Dies macht durchaus Sinn, war er doch für Papst Franziskus die Inspirationsquelle für seine Enzyklika «Laudato si’». Der Titel der Enzyklika stammt aus dem berühmten Sonnengesang des Heiligen Franz von Assisi. «Laudato si’» bedeutet «Sei gepriesen, mein Herr». In diesem Gebet lobt Franziskus Gott für die Schöpfung, für den Bruder Sonne und die Schwester Mond sowie die Mutter Erde.

Franz von Assisi ist eine der bedeutendsten Gestalten der ganzen Kirchengeschichte. Seine Liebe zur Natur war die Konsequenz seines Gottesbezugs und nicht eine einfache Schwärmerei. Denn in allen Geschöpfen begegnete er der Güte und Weisheit des Schöpfers. Es gab für ihn nichts, das Gott nicht geschaffen hätte. Weil alles auf den gleichen Ursprung zurückgeht und Gott zum Vater hat, ist alles auf der Welt in einem Geflecht geschwisterlicher Verbundenheit. Der Sonnengesang ist sein berühmtestes Zeugnis für diese Sichtweise.

Sowohl Franz von Assisi als auch Papst Franziskus vertraten eine ganzheitliche Sicht auf die Schöpfung. Es geht nicht um Umweltschutz im technischen Sinn, sondern um eine innere Umkehr, eine neue Beziehung zur Schöpfung. Wir selbst sind in unserem Handeln gefragt. Beide haben viel darüber nachgedacht, was die Menschen dazu bewegen kann, wirklich und konsequent achtsam und geschwisterlich mit der ganzen Schöpfung umzugehen. Die Antwort ist bei beiden dieselbe: Leben nach dem Evangelium.

Das Evangelium ruft uns zur inneren Umkehr, zu einer neuen Beziehung zur Schöpfung wie auch zu den Armen dieser Welt. Wenn wir von dieser Botschaft und Hoffnung erfüllt sind, dann wird unsere Beziehung zu Gott, zum Nächsten und zur Erde wieder ganz und heil. Dann können wir gar nicht mehr gleichgültig demgegenüber sein, was unserem Haus – unserer Erde – widerfährt.

Die Schöpfungszeit ist vorbei – unsere geschwisterliche Verbindung zu ihr aber bleibt.