Schon wieder ein Semester vorbei! Wie kurz diese Semesterzeit ist, kann ich mir zu Beginn des Semesters jeweils kaum vorstellen. In der Kälte des Februars liegt der Sommerbeginn unendlich weit weg …
Und jetzt ist es schon so weit: Die Vorlesungen und die Veranstaltungen im aki sind vorbei, das Team trifft sich nicht mehr wöchentlich zu Sitzungen und auch die grossen Anlässe des Frühlingssemesters, wie die Gedenkfeier für Körperspender:innen, sind vorüber. Die Sommerzeit naht, die Tage im aki werden etwas ruhiger.
Es ist eine gute Tradition, das Semester und das akademische Jahr nicht einfach ausklingen zu lassen, sondern noch einmal mit einem Fest zu würdigen und zu feiern. Am traditionellen Sommerfest treffen sich Studierende, Dozierende, der aki-Freundeskreis und die Teams von forum3 und aki im aki-Garten und feiern. Dieses Feiern gehört zum festen Rhythmus der Hochschulseelsorge, wie auch das liturgische Feiern im Kirchenjahr und die Eckpunkte des akademischen Jahres.
Natürlich beginnt nach dem Fest die Prüfungszeit und damit für viele Studierende die anstrengendsten Wochen des Semesters. Und doch ist es gut, gerade an dieser Stelle das Jahr und den Alltag zu unterbrechen. Das Feiern gibt nochmals andere Möglichkeiten der Begegnung, das gute und gemeinsame Essen stärkt, die Beiträge der Open Stage inspirieren.
Dass das Feiern zum guten Leben dazugehört, davon ist in der Bibel oft die Rede. Die Zeichenhandlungen und Wundertaten Jesu haben nicht selten mit Essen und Trinken und mit Gemeinschaft zu tun: Da wird aus Wasser eine Überfülle an Wein, ein knappes Brot-Ratiönchen wird zum üppigen «Catering», wie es ein Neutestamentler neulich in einer Vorlesung nannte, und die Ausgestossenen finden wieder soziale Zugehörigkeit und Anschluss.
In der Regel rührt Jesus dabei mit der grossen Kelle an. Das hat nicht etwa etwas Magisches, sondern ist Ausdruck seiner besonderen Rolle als Erlöser, Ausdruck göttlicher Kraft.
Gemeinsames Feiern ist damit – trotz der ausgekippten Sauce, des unsicheren Small Talks beim Apéro und des überraschenden Regenwetters – auch ein wenig Vorschau auf die himmlische Gastfreundschaft, wo nun wirklich niemand mehr allein oder hungrig bleiben wird, oder eben deren kritischer Spiegel.