Im vergangenen Herbst haben wir uns wie gewohnt mit Studierenden und unseren reformierten Kolleg:innen zu Planungstagen getroffen, bei denen wir jeweils das neue Semesterthema festlegen und Veranstaltungsideen sammeln. Unsere Studierenden haben sich dabei für das Semesterthema «fermentum» entschieden. Was das bedeutet, habe ich probehalber ChatGPT gefragt und folgende Antwort erhalten: «fermentum bedeutet wörtlich: Gärstoff, Sauerteig, Triebmittel. Also etwas, das einen Gär- oder Umwandlungsprozess auslöst oder in Gang hält.»
Wenn ich diese Kurzbeschreibung höre: Genau so stelle ich mir das aki vor – als einen Ort, der Umwandlungsprozesse in unserer Welt voranbringt. Einen Ort, an dem man gerne Zeit verbringt, ohne konsumieren und ohne etwas leisten zu müssen. Ein Haus, in dem man Menschen ausserhalb seiner Bubble trifft, in dem man einander vorurteilsfrei begegnen und Freundschaften schliessen kann.
Ein Ort mit einem Veranstaltungsprogramm, dank dem in einem vierteiligen «Nothelferkurs für die Psyche» junge Menschen befähigt werden, in psychischen Notsituationen angemessen zu reagieren. Oder im Improtheater «Probier dich aus» Ängste überwunden und mutig fremde Perspektiven eingenommen werden.
«fermentum» klingt erst etwas fremd, geheimnisvoll – ist aber in der christlichen Tradition tief verankert. Schon Jesus greift auf diese Metapher zurück: «Mit dem Reich Gottes ist es wie mit dem Sauerteig: Eine Frau mischte eine Handvoll davon unter eine riesige Menge Mehl, und er machte den ganzen Teig sauer.« (Lk 13,21)
Um bei diesem Bild zu bleiben: Seit den herbstlichen Planungstagen gärte unser neues Programm weiter, aus vagen Ideen wurden konkrete Veranstaltungen, der Terminkalender für den bevorstehenden Frühling wurde vollständiger – und nun ist die Planungsphase für die kommenden Monate abgeschlossen, der Semesterflyer gedruckt und alles liegt bereit für das Frühlingssemester. Hoffen wir, unser neues Programm trägt dazu bei, dass auch mitten im studentischen Alltag etwas gären kann, das immer weitere Kreise zieht und zuletzt eine ganze Gesellschaft hilfsbereiter, freundlicher und mutiger werden lässt!
Benjamin Svacha, im Namen der Teams von aki und forum³