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Foto: Tessy Agbonome / pexels.com

Ein fröhliches Lächeln

Ein Kommentar von Béatrice Lüscher-Fischer aus der Pfarrei Utzenstorf

Im Bettenhochhaus des Inselspitals liegen zwei ältere Herren gleichen Jahrgangs. Patient X hat einen unheilbaren Tumor und verweigert seine Mahlzeit. Er hat Schmerzen. 

Patient Y leidet an einem Schädel-Hirn Trauma, verspürt keinen Hunger und lässt sein Essen unberührt stehen. Er möchte aus dem Bett steigen und nach Hause gehen. Zwei scheinbar hoffnungslose Fälle, ohne Lichtblick am heutigen Tag.

Plötzlich öffnet sich die Zimmertüre und herein tritt eine ausländische Krankenschwester mit einem breiten und fröhlichen Lächeln. Sie zeigt eine liebevolle und fürsorgliche Haltung.

Patient X: Sie erkundigt sich nach seinen Schmerzen und fordert ihn auf, wenigstens etwas zu trinken. Sie löffelt ihm sanft ermunternd ein paar Löffel Suppe in den Mund, und gibt ihm eine weiteres Medikament gegen Schmerzen. Ihre liebevollen Streicheleinheiten zaubern ein entspanntes Lächeln auf das Angesicht des Patienten.

Patient Y: Sie spricht ihn mit einem friedvollen Lächeln an und offeriert ihm sein Dessert, da sie weiss, dass er Süsses mag. Auch dieser Patient kann ihrem lächelnden Charme nicht widerstehen und fügt sich gehorsam. 

Ich als besorgte Besucherin bin tief beeindruckt von der Herzlichkeit und Lebensfreude dieser ausländischen Schwester. Sie lässt beim Verlassen des Zimmers etwas Sonne und Hoffnung zurück. Ihr herzhaftes Lächeln sagt mehr aus als viele Worte. Es zeigt, dass es ein Leben in Fülle gibt, das bereits auf Erden beginnt und gleichzeitig die Hoffnung aller Sterbenden ist. Das Leben ist stärker als jede Krankheit und jeden Tod. Gott ist das Leben in Fülle. Er ist die nie versiegende Quelle der Freude, die lächeln lässt, selbst unter Tränen.

Wir alle werden ermuntert, öfter und mehr aus friedvollem Herzen zu lächeln.