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Der erste Eindruck

Kolumne aus der Inselspitalseelsorge

Am Inselspital begegnen sich laufend Menschen, die sich noch nicht kennen. Schon beim Salü-Sagen verschafft sich das Gehirn einen ersten Eindruck des Gegenübers. Massgebend dafür sind: das Aussehen, die Kleidung, die Stimme und die Körpersprache. «Der erste Eindruck zählt», habe ich erst kürzlich wieder gehört. 

«Wie ist dein erster Eindruck an der Insel?», werde ich den letzten Wochen gefragt. Seit dem 1. Juli bin ich Seelsorger am Inselspital Bern. «Überwältigend, hochprofessionell, medizinisch top – und doch immer wieder ganz «menschlich», gebe ich zur Antwort. Ja, das Menschliche findet an einem derart hoch technisierten Ort wie dem Inselspital immer wieder Raum. Ich denke an Angehörige, die ihre Liebsten besuchen. Ich denke an Pflegende, die sich fürsorglich um ihre Patientinnen und Patienten kümmern. Ich denke an einen Arzt, der sich um das seelisch-geistige Wohl seines Patienten Sorgen machte.  Ich finde das tief beeindruckend.

Denke ich an meine ersten seelsorglichen Begegnungen mit Patientinnen und Patienten, verfestigt sich mein erster Eindruck. Ja, das Mitmenschliche findet am Inselspital immer wieder Raum: in geteilten Momenten des Leids und der Freude, der Reue und der Vergebung, des Bangens und des Hoffens. Und immer wieder spüre ich, wie gerade in die­sen zutiefst menschlichen Begegnungen Gott mit seiner Liebe da ist. Gott, der in Christus Mensch geworden ist. 

Die ersten Wochen am Inselspital Bern hinterlassen bei mir einen guten ersten und gleichzeitig einen nachhaltigen Eindruck. Ich freue mich auf weitere Begegnungen.

 

Matthias Baumann, Seelsorger im Inselspital

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