Schon im 4. Jahrhundert feierte die Kirche in Jerusalem ein Fest 40 Tage nach Weihnachten, zunächst nach dem Fest «Erscheinung des Herrn». Es erinnerte an die vom Gesetz vorgeschriebene Reinigung der Mutter und die Weihe des erstgeborenen Sohnes im Jerusalemer Tempel (Lk 2,22–23). Diese Begebenheit wurde bald als der erste Einzug Jesu in Jerusalem gedeutet.
Aus diesem Verständnis heraus entstanden im 7. Jahrhundert Lichterprozessionen. Wie die Menschen am Palmsonntag Jesus mit Palmzweigen begrüssten, wollten sie ihm nun mit brennenden Kerzen entgegengehen. Dazu wurden die Kerzen eigens zu diesem Fest gesegnet. Da die Westkirche den Fokus mehr auf die Reinigung Mariens legte, entwickelte sich die Bezeichnung des Festes als «Mariä Lichtmess».
Im Christentum ist die Lichtsymbolik ganz zentral, sagt doch Christus von sich selbst «Ich bin das Licht der Welt» (Joh 8,12), ebenso bezeichnet er auch alle ihm Nachfolgenden: «Ihr seid das Licht der Welt» (Mt 5,14). Von der Adventszeit über Weihnachten, Ostern, Pfingsten begleitet uns das Thema Licht.
Denken wir an die Osterkerze, die uns daran erinnert, dass Jesus auferstanden ist und lebt. Sie begleitet uns durchs ganze Jahr, bei Tauffeiern und Firmungen, gerade aber auch bei Trauergottesdiensten. Die Taufkerze, die dem/der Neugetauften mit den Worten überreicht wird: «Empfange das Licht Christi.»
Die unzähligen Kerzen, die zum Gottesdienst oder verbunden mit einer Bitte oder einem Dank entzündet werden. Kerzenlicht drückt einerseits Feierlichkeit aus, andererseits erinnert die gesegnete brennende Kerze uns Christinnen und Christen an unseren ureigensten Auftrag, selbst Licht zu sein, Licht zu bringen in dieser Welt.
Die Glaubensfeiern durch das Jahr wollen uns Hilfe sein, uns innerlich immer wieder neu im Glauben, in der Hoffnung, in der Liebe zu entzünden: um Licht sein zu können – für alle in Not, denen wir begegnen.