Artikel

Charles Martig geht 2026 in Frühpension. Bild: zVg

Charles Martig verlässt Berner Landeskirche Ende Jahr

Charles Martig (59) leitet seit April 2024 das Kompetenzzentrum Kommunikation der Landeskirche Bern. Ende Jahr beendet er seine Tätigkeit in Bern.

 

Charles Martig, Leiter Aufbau Kompetenzzentrum bei der Landeskirche des Kantons Bern, verlässt dieses per Ende Jahr. «Im Hinblick auf den Abschluss der Aufbauphase des Kompetenzzentrums Kommunikation hat er sich für eine Frühpensionierung entschieden», heisst es in einer auffallend kurzen Mitteilung, die die Landeskirche Bern am Montag (25.8.) verschickte. 

«Bis Ende Jahr wird das Kompetenzzentrum Kommunikation und digitale Medien weitgehend aufgebaut sein», sagt Martig auf Nachfrage des «pfarrblatt». Die Früchte des Aufbaus zu ernten, will er seiner Nachfolge überlassen. Darüber hinaus macht Martig, der dieses Jahr 60 Jahre alt wird, private Gründe geltend: Das Pendeln auf der Hauptstrecke Zürich – Bern sei anstrengend. «Im Zug und an den Bahnhöfen sehe ich täglich Tausende Personen!»

Langjähriger Direktor des Katholischen Medienzentrums

Für 2026 hat Martig ein Sabbatical geplant, wie er gegenüber dem «pfarrblatt» sagt. Für die Zeit danach denkt er eher an freiwillige als an berufliche Engagements. «Ich brauche nach einer intensiven beruflichen Phase vorderhand Stille und Freiraum», so Martig. Der Theologe und Journalist hatte von 2012 an das Katholische Medienzentrum in Zürich aufgebaut, das seit 2015 die Newsplattform kath.ch betreibt. Von Beginn bis zu seinem Weggang Ende März 2024 war Charles Martig dessen Direktor, im letzten Amtsjahr zugleich Chefredaktor. 

International Schlagzeilen machte er mit seiner Abschiedsrede, in der er den Rücktritt aller Schweizer Bischöfe forderte. Diese hätten sich als unfähig erwiesen, die Kirche durch die Krise zu führen, sagte er ein halbes Jahr nach der Publikation der Schweizer Missbrauchsstudie. 

Seit April 2024 wirkte Martig als Leiter Aufbau des Kompetenzzentrums der Landeskirche Bern, nachdem er hier von März 2022 bis Februar 2023 bereits ein Mandat als Projektleiter für die Kommunikation innegehabt hatte. 

Neue Webplattform kathbern geht 2026 online

«Das Kompetenzzentrum macht die Medienarbeit für die Landeskirche Bern», erklärt Martig seine aktuelle Aufgabe. Dazu gehörten beispielsweise das Erstellen von Medienmitteilungen, Broschüren zu den Sakramenten oder das Schreiben des Jahresberichts, aber auch Krisen- und Eventkommunikation. Das Kompetenzzentrum sei zudem dabei, mit einer externen Projektleitung die Webplattform kathbern neu zu konzipieren. «Im kommenden Jahr soll diese online gehen können», so Martig. 

Als wichtigen Teil seiner Aufgaben erwähnt er die Beratung von Kirchgemeinden, Pastoralräumen und Fachstellen in Fragen rund um die Kommunikation, etwa beim Aufbau eines eigenen Kommunikationskonzepts oder der Entwicklung von Kommunikations-Know how vor Ort durch Beratung und Schulung. Diese Beratungsleistungen werden auch nach seinem Weggang weitergeführt.

Der Landeskirchenrat Bern bedauert Martigs Entscheidung, wie es in der Mitteilung heisst. Gemäss Regula Furrer, Generalsekretärin der Landeskirche Bern, wird die Stelle als «Leiter:in Kompetenzzentrum» ausgeschrieben. Ob die neue Person auch Kommunikationsbeauftragte:r der Landeskirche Bern bleibt, wie Martig dies war, ist derzeit noch offen. «Es wird Sache der neuen Leiter:in oder des neuen Leiters sein, diese Frage genauer zu prüfen», sagt Regula Furrer gegenüber dem «pfarrblatt». (Korrektur 27.8., Zeitpunkt Aufschaltung Website kathbern)