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Kinder, die an J+S-Aktivitäten teilnehmen, entwickeln sich ganzheitlicher. Foto aus dem Jubla-Lager Jublasurium: Alain Sethmacher

Bund kürzt Fördergelder für Jugendlager um 20 Prozent

Das Bundesamt für Sport kürzt Fördergelder ab 2026 um 20 Prozent. Dies trifft die Jugendlager von Jubla und Pfadi. Jubla Schweiz reagiert besorgt.


Das Bundesamt für Sport (Baspo) kürzt seine Beiträge im Sportförderprogramm «Jugend + Sport»  (J+S) ab 2026 um 20 Prozent. Dies geht aus einer Mitteilung vom 19. Juni hervor. Von diesen Kürzungen betroffen sind zahlreiche Jugendorganisationen, darunter Jubla und Pfadi. Deren Lager werden durch J+S unterstützt. Konkret erhalten Jugendlager somit pro Teilnehmer:in aktuell 16 Franken pro Tag, ab 2026 sind es nur noch 12.80 Franken, rechnet das Baspo vor. 

Das Baspo begründet die Kürzungen mit dem Erfolg der Aktivitäten von «J+S»: Immer mehr Kinder nähmen an diesen Aktivitäten teil: 2024 waren dies 680'000 Kinder und Jugendliche, eine Steigerung von sechs Prozent gegenüber 2023. Als Gründe nennt das Baspo die Vergrösserung des Angebots durch neue Sportarten und die verstärkte Förderung von «J+S»-Lagern. Der vom Parlament bewilligte Kredit von rund 115 Millionen Franken für dieses Jahr reiche angesichts dieser Entwicklung 2026 nicht aus. Hinzu kämen Sparmassnahmen des Bundesrat von 2,2 Millionen bei «J+S».

Familien mit knappem Budget betroffen

Jubla Schweiz ist besorgt: «Die geplanten Kürzungen würden die Lagerteilnahme verteuern – und sie für viele Familien mit knappem Budget unerschwinglich machen.»  Denn dank der Fördergelder des Baspo blieben die Teilnahmekosten für Familien tief, schreibt Jubla Schweiz in einer Medienmitteilung. Schon jetzt gebe es viele Familien, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen seien, damit ihre Kinder an den Lagern teilnehmen können. Mit den Kürzungen würde sich diese Zahl weiter erhöhen.

Vielleicht nur eines statt zwei Kinder

Melanie Meier von der Kantonalen Arbeitsstelle Jubla Kanton Bern teilt diese Sorge: «20 Prozent sind viel. Das Lager lebt von der Unterstützung durch das Baspo.» Man müsse nun schauen, ob die Scharen diese Lücke selber tragen könnten. Falls nicht, müsste das an die Eltern weitergegeben werden. «Für manche Eltern kann das bedeuten, dass vielleicht nur eines statt zwei Kinder an einem Lager teilnehmen kann.» 

Der Kanton Bern ist traditionellerweise ein Pfadi-Kanton. Jubla-Scharen gibt es laut Meier insgesamt acht. Diese führen je nach Grösse jährlich Lager von einer bis zwei Wochen durch. Die Pfadi Windrösli in Bern führt jährlich zwischen 12 und 16 Jugendlager durch. Diese dauern von drei bis dreizehn Tagen, wie auf Nachfrage zu erfahren ist. Die Pfadibewegung Schweiz hatte bereits im Vorfeld zu den nun beschlossenen Massnahmen ihre Sorge geäussert, dass Kurse gestrichen oder Teilnahmegebühren erhöht werden müssten. «Das erschwert den Zugang für junge Menschen und führt zu weniger gut ausgebildeten Leitenden – mit Folgen für die Sicherheit und Qualität der Betreuung sowie die Chancengleichheit», heisst in der Medienmitteilung vom 6. Mai. 

Die Politik ist gefragt

Über den «J+S» -Kredit entscheidet das Schweizer Parlament jeweils in der Wintersession. Um eine Tarifsenkung zu verhindern, wäre entgegen dem Budgetvorschlag des Bundesrats eine Erhöhung des Kredits für das Jahr 2026 durch das Parlament nötig, erklärt das Baspo auf Nachfrage. Jubla Schweiz appelliert daher an Bundesrat und Parlament, von den geplanten Kürzungen im Sportförderprogramm abzusehen, denn «Kinder- und Jugendförderung ist keine freiwillige Nebensache – sie ist zentral für eine gesunde und engagierte Gesellschaft», schreibt die Jubla in ihrer Mitteilung. (aktualisiert: 23.6.)