Kommentarspalten beginnen sich zu füllen, Posts auf digitalen Medien nehmen zu,
weil darüber abgestimmt wird, ob die Einwohner:innenzahl der Schweiz
auf 10 Millionen beschränkt werden soll.
Zu bedenken wäre, dass Migration zu der Geschichte der meisten
Schweizer Familien gehört und es nicht so lange her ist,
dass aus wirtschaftlicher Not viele aus der Schweiz ins Ausland flohen.
Zu bedenken wäre, dass bei der Betonung der Werte des christlichen
Abendlandes dazugehört, dass die Bibel ein Buch der Flucht ist,
mit der eindringlichen Mahnung, nicht zu vergessen,
selbst einmal fremd gewesen zu sein.
Zu bedenken wäre, dass vielerorts Kirchen und viele von ihnen unterstützte Institutionen
mit Menschen von überall her in Kontakt kommen,
etwa durch Sozialdienste, Mittagstische, Beratungsstellen, Räumlichkeiten, Sprachkurse usw.
Zu bedenken wäre, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist,
das Bevölkerungswachstum zu bewältigen,
politisch um Lösungen zu ringen bei Verkehr, Bildung, Raumplanung, Sozialwerken.
Zu bedenken wäre, dass Hetze, plakative Schuldzuweisungen und die
Suche nach Sündenböcken das Zusammenleben und den Zusammenhalt
bedrohen.
Zu bedenken wäre, dass in der Schweizer Verfassung festgehalten ist,
das Handeln am Wohl der Schwächsten zu orientieren und die Würde
eines jeden Menschen zu achten.
Das Bedenken lohnt sich. Sich das Denken durch Schlagworte betäuben zu lassen,
ist keine gute Alternative.