Kennen Sie diese Leute?
Ich glaube ja. Vielleicht wissen sie es nur nicht, wie ich lange Zeit.
Hie und da auf Streifzügen durch Kirchen oder in Literatur und Museen begegnete mir Anna Selbdritt und ich nahm mir immer vor, diese Heilige einmal nachzuschauen, weil ich mich wunderte im Theologiestudium von dieser nie gehört zu haben. Heute geht das ja ganz wunderbar im «heiligenlexikon.de» oder sogar mit KI – aber Frau Selbdritt war da nicht, sondern nur Anna, die Mutter der Gottesmutter, mit Gedenktag am 26. Juli. Irgendwann kam ich dann drauf, das «selbdritt» eigentlich heisst «zu dritt» (eben mit Tochter Maria und Enkel Jesus), und ich nicht mehr überlegen musste, ob sie mit Familie «Selbviert» verwandt ist, denn das wäre noch die Erweiterung mit ihrer eigenen Mutter der Hl. Emerentia, also der Urgrossmutter von Jesus. Es tröstete mich ein wenig, dass das eher im sehr süddeutschen und schweizerischen Raum bekannt ist und vielleicht doch nicht zum Allgemeinwissen gehört.
Der andere Herr hingegen gehört zur Allgemeinbildung, selbst bei Leuten, die wenig mit Religion, Kirche und Heiligen zu tun haben und das obwohl er eigentlich so nie existierte, sondern eher eine Symbolfigur ist. Die Schreibweise ist ein Scherz, erklärt aber den Namen: der «Träger von Christus», der dem Jesuskind über den Fluss half und dabei die ganze Welt trug, Christopheros, ist der Schutzheilige für Transport. Deswegen haben viele Menschen sein Bild im Auto oder am Schlüssel, früher war er in den meisten Kirchen im Eingangsbereich gemalt oder anders gezeigt. An seinem Tag, dem 25. Juli nimmt das Hilfswerk für Transport in armen Ländern, MIVA, die Kollekte auf.
Gern würde ich noch von Maria Magdalena 22. Juli erzählen, die vor 10 Jahren vom Papst zur «Apostelin der Apostel» erhoben wurde, aber der Platz ist zu Ende und sie dürfen selbst forschen.