Die jüngste Kirchenstatistik zeigt: Nicht nur Kirchenaustritte, auch die niedrige Taufquote führen dazu, dass die Landeskirchen stetig Mitglieder verlieren – ein Prozess, den Kirchenstatistiker für unumkehrbar halten.
Mich machen solche Zahlen traurig. Auch wenn ich mit der Institution Kirche hadere – der Gedanke, dass es immer weniger Menschen gibt, mit denen ich gemeinsam singen, beten und feiern kann, löst in mir ein Gefühl von Einsamkeit aus.
Als einzelne Christin kann ich um diesen Verlust trauern, den Schmerz zulassen und ihm in Worten oder Bildern Ausdruck geben. Um individuelles Trauern nach existenziell bedeutsamen Verlusten geht es im Beitrag über das Trauercafé Münsingen.
Kirche ist jedoch Gemeinschaft. Ich nehme durchaus wahr, dass diese das Kleiner-Werden erkennt: Strukturen werden verschlankt, neue Leitungsmodelle und neue Formen des Feierns erprobt, wenn Theolog:innen fehlen.
Trauer darüber nehme ich kaum wahr. Wie trauert eine Gemeinschaft um ihr eigenes Kleiner-Werden? Ich habe darauf keine Antwort – aber vielleicht regt meine Frage Sie, liebe Leserin, lieber Leser, an, gemeinsam nach Antworten zu suchen.
Sylvia Stam, «pfarrblatt»-Redaktorin