Wenn uns eine Werbung Glück auf Knopfdruck verspräche, würden wir ihr kaum Glauben schenken. Schon wieder so ein Marketingspruch, schon wieder ein offensichtlich leeres Versprechen. Etwas, das so gut klingt, kann nicht wahr sein.
Kürzlich habe ich mich gefragt, ob wir im aki nicht doch so einen Glücksautomaten haben. Nicht gerade im Sinn einer neuartigen Erfindung, die ein für allemal unsere Probleme lösen würde und das Reich Gottes durchbrechen liesse. Aber doch immerhin in dem Sinn, dass er auf Knopfdruck unser Leben für einen kurzen Moment, vielleicht für die nächsten fünf Minuten, etwas besser machen kann: unsere Kaffeemaschine. Unterdessen ist sie etwas mehr als elf Jahre alt, und dank des integrierten Zählers wissen wir, dass sie in dieser Zeit stolze 28 404 Kaffees produziert hat – oder, wenn Sie diese Zeilen lesen, bestimmt schon wieder einige Dutzend mehr.
Als ich diese grosse Zahl gesehen habe, wurde meine Fantasie geweckt: Wer hat wohl den ersten Kaffee getrunken? Hat das aki-Team im Jahr 2014 die erste Kaffeepause mit der neuen Maschine feierlich begangen, oder lief das alles eher nebenbei? Wer hat wohl, ohne es zu wissen, den 5000., wer den 15 000. und wer den 23 712. Kaffee getrunken? Wie ging es der Person an jenem Tag? Wem ist sie begegnet, und was war ihre grösste Sorge?
Diese Gedankenspiele werden unbeantwortet bleiben. Aber sie haben mich zu einer anderen Erkenntnis gebracht: Egal wann, von wem und unter welchen Umständen diese Kaffees getrunken wurden – ich kann mir kaum ein Szenario vorstellen, in dem es der Person schlechter als vorher ging, nachdem sie auf den Kaffee- oder Espressoknopf gedrückt und eine knappe Minute später den ersten Schluck zu sich genommen hatte.
Die meisten der 28 404 Kaffees wurden vermutlich nicht besonders zelebriert. Aber selbst die unbewusst und gewohnheitsmässig getrunkenen Kaffees stehen sinnbildlich für: Die nächsten 30 Sekunden nehme ich mir Zeit, warte darauf, bis der Kaffee fertig und meine Tasse voll ist. Ich tue mir selbst, einem aki-Gast oder einer Mitarbeiterin etwas Gutes, indem ich uns einen Kaffee hole. Vielleicht gönnen wir uns eine kurze Pause, vielleicht möchten wir gute Gastgeber sein, vielleicht brauchen wir auch nur ein wenig Zusatzenergie für die nächste Sitzung.
Aber doch ist immer der Wunsch mit dabei, uns selbst, dem Gast oder der Mitarbeiterin etwas Gutes zu tun. Viel ändert sich dadurch nicht zum Besseren, auch nicht für lange – aber wenn man das 28 404-mal wiederholt, macht es in der Summe doch einen bemerkenswerten Unterschied.